Dienstag, Dezember 26, 2006

Zimmer frei?

Derzeit bin ich auf der Suche nach einem respektablen Zimmer. Schwieriger als man meint. In einer Studentenstadt trifft man auf äußerst außergewöhnliche Wohngemeinschaften.
Deshalb eröffne ich hiermit ein "Best of von Wohnungen und Besichtigungsterminen"

Teil 1 Wohnungsanzeigen


Da wäre zuerst der Klassiker "ruhige Lage". Bedeutet in Kilometer übersetzt: Am Arsch der Welt. Also immer vorher genaue Straße erfragen.

Zum Zimmer
1. ca. 16qm kann alles heißen. In den meisten Fällen aber ungefähr 14qm und kaum mehr als 15qm und damit nie anähernd das, was es verspricht.
2. "süß" Hier ist absolute Vorsicht geboten!! Meist bedeutet diese Verniedlichung eine riesen Überraschung. Entweder ist das Zimmer in seiner Dimenson unglaublich eingeschränkt. Gern sind solch bezeichnete vier Wände verwinkelt und lassen es nicht zu, Möbel die über ein schmales Bett hinaus gehen, darin zu platzieren. Wahlweise auch Kellerwohnungen. Den ganzen Tag dämmrig, man steht auf und es ist immer dunkel. Toll!
3. "chillige, alternative, vegane WG sucht entspannten Mitbewohner. Kein Kommentar.
4. "Wunderschönes Zimmer, große Wohnküche, Balkon, Garten, nette Mitbewohner, fantastsiche 11 qm für 300€ all inclusive". Ebenfalls kein Kommentar.

Noch Fragen? Beim nächsten mal gibts Anekdoten der lustigen Besichtigungen.

Donnerstag, Dezember 14, 2006

Kerzen

Na, wieviele sind es wohl?

Dienstag, Dezember 05, 2006

Die Möbel und die Packer

"Boah hab ich gestern gefeiert." Ein fettes Grinsen breitet sich auf dem Gesicht Super B's aus. "Na das kann ja nur bedeuten, dass du ordentlich besoffen warst", lächelt LennyundKarl wissentlich zurück.
"Genau", triumphiert Super B. Er baut sich vor LennyundKarl auf. Stolz erzählt er von den 15 Euro Trinkgeld, die jeder aus dem Möbelpackerteam gestern erhalten hat. "Für jeden also ein Kasten Bier." Zur Folge hatte dies eine ausgelassene Party in Super B's vier Wänden. "Irgendwann haben wir dann den harten Alkkohol, der sich bei mir fand, auch noch getrunken." Verträumt wendet er den Blick. LennyundKarl hört gespannt zu.
Seine CD Sammlung war das nächste Opfer der Möbelpacker-Truppe. "Wir haben die beste Musik schön laut aufgedreht, bis zum Anschlag. Das war ganz schön laut." Super B hebt seine Stimme. "Unterhalten konnte man sich da nicht mehr." Deshalb öffneten sie alle Fenster, damit auch die freundlichen Nachbarn an der Party teil haben konnten.
Pause. Schweigen.
"Und", ist LennyundKarl neugierig. "Damit war die Party doch noch nicht beendet, oder?"
"Ja sei doch nicht so ungeduldig, ich wollte nur eine Spannungspause einlegen", ist Super B. genervt.
"Einer meiner Kollgegen ist dann auf den Schreibtisch gestiegen, hat wild den Kopf zur Musik bewegt und sich das T-Shirt vom Leib gerissen", erzählt er weiter. Alle anderen fanden diese Idee so toll, dass sie es ihm gleich taten.
"Ich bin mir nicht sicher, dass das ein schöner Anblick war" überlegt LennyundKarl laut.
Super B. ignoriert ihren Einwurf und sagt mit sehr leiser Stimme: "Irgendwann bin ich dann aufs Klo. Als ich wiederkam, war die Musik aus und zwei Bullen standen mitten im Raum."
Von dort blickten sie nach oben zu den völlig betrunkenen, halbnackten Männern, verteilt auf Schreibtisch, Tisch, Couch usw. "Was ist denn hier los?" fragten sie in die Runde.
"Na wir sind Möbelpacker!!!" ruft ihm einer der Packer-Kollegen entgegen.
Stille. Super B. schaut auf und nickt. LennyundKarl liegt auf dem Tisch und lacht.

Dienstag, November 21, 2006

MERCI!

Den ewig Ersten
Euch gebührt der Dank für Vernunft und Moral. Die Grundbausteine, die ihr nach besten Meisterkünsten gelegt und zu erhalten versuchtet. 15 Sonnenkreise in eurer Welt und acht Sonnenkreise in meiner.


Dem Erstem
Für den harten Schritt in die Realität, das abprubte Ende des Traumes, wie eine Filmrolle, die sich dreht und deren letztes Filmpapier hin und her fliegt, zerissen, überbelichtet.



Der Nummer Zwei
Die zeigte, das vieles ewig an zweiter Stelle steht und mich lehrte, selbst nicht an zweiter Stelle zu leben. Ich trauere um dich, darum, dass du nie erster warst und dir selbst die letzte Rolle zugeschrieben hast, darin verweilst.



Dem unbeschreiblichen Dritten
Für Gedanken, Welten, den Inbegriff und das Erleben des Wortes "bizarr", für ungeahnte Vorstellungskraft, sehnliche Anziehungskraft, Filme die im Kopf Schleifen fahren und sich verkanten, für Intenstität, für manchmal zuviel des Guten.



Der theatralischen Figur vier
Für ein unschuldiges Herz der Kunst, der Genuss auf vielen Ebenen, Musik, Geschmack, Gefühl. Kindliche Freude und Schüchternheit, Theater und Herzblut. Alles gegeben, alles verloren. Die schöne Seele.



Der fünften Endlichkeit
Vertrauen, tief gehend und respektvoll, Wogen der Zufriedenheit gemischt mit Zweifel. Du meine oft rettende, beschützende Hand.



Der wichtigsten Sechs
Für soviel, so lang und doch zu kurz, für Seelenspiele und Weltschmerz, für den Weg hin zum Anfang und zurück. Verbunden und verstanden zu jeder Zeit, für alle Zeit.



Der charmanten Sieben
Ein Lachen beim Gedanken daran, lächelnd durch all die Zeit. Oft ausgelassen, durchgedreht. Unzählige Nächte, zahltreiche Worte, Erlebnisse und Erinnerungen.

Dienstag, November 14, 2006

Perfektion

"0,7 muss es sein, dann bist du perfekt, wirklich."
Dieser Satz von Ronan brachte mich zum Nachdenken und zwar über Perfektion. Was ist sie und wie wichtig ist sie?
Was Äußerlichkeiten angeht, scheint die Wissenschaft dafür jedenfalls eine mathematische Lösung gefunden zu haben. Die Symmetrie zum Beispiel birgt die Schönheit eines Gesichtes.
Was den Rest betrifft, soll eine einfach Formel die Nähe zur Perfektion verdeutlichen.

"Du musst deinen Taillenumfang durch einen Hüftumfang teilen", erklärte Ronan. Kommt dabei ein Wert von 0,7 raus, sei man perfekt. Als Frau jedenfalls.
Doch wie weit weg darf die Abweichung sein, um sagen zu können, dass man absolut unperfekt ist? Zählen kleine Hilfsmittel, um ein paar Millimeter einzusparen?
Ich geb zu, ich habs getan. Tagelang hab ich überlegt - und war auf der Suche nach einem bis dato nicht vorhandenen Maßband. Doch, ich hab nachgemessen.

Aber was sagt der Wert nun aus? Schon fast perfekt oder gerade nicht perfekt? Wieviel Frauen liegen an diesem Wert und wieviel weit weg davon?

Männer sollten übrigens bei 0,9 liegen, wenn sie ihren Taillenumfang durch ihren Hüftumfang teilt.

Doch bei soviel Mathematik und Division, stellt sich die Frage, ob das alles nicht doch nur einfach der Durchschnitt ist?

Montag, November 06, 2006

Ente mit Erdnusssoße

"Ich muss dennoch sagen, irgendwie war es ja auch gut eine Beziehung zu haben."
LennyundKarl zuckt zusammen und zwingt sich den Kopf abzuwenden. Kurzfristig lässt sie von ihrer Mensabesucher-Studie ab. "Was? Redest du mit mir?" sie schaut Super B fragend an. "Klar, schließlich hast du mich hierher geschleppt und versperrst mir jetzt die Sicht auf die besten Ärsche."
"Tschuldiung" murmelt LennyundKarl vor sich hin. "Aber du hast recht, mit der Beziehungssache." LennyundKarl überlegt. "Da weiß man was man hat, keine negativen Überraschungen, keine unbeholfenens antatschen, sich fallen lassen."
LennyundKarl lächelt vorsichtig erfreut. "Mensch SuperB. das hätte ich dir jetzt gar nicht zugetraut, dir meinem liebsten Arsch unter meinen Freunden."
Super B. schaut sie an, sein langes Augenbrauenhaar wippt leicht auf und ab. "Obwohl mit der Zeit ist es schon langweilig genau zu wissen, was man bekommt."
Autsch. Klirrend geht die Hoffnung zu Boden. Obwohl, LennyundKarl insgeheim froh ist, dass Super B so denkt. Nicht immer ehrlich. So macht es Spaß.

"Das ist wie Ente mit Erdnusssoße." "Und ich weiß, LennyundKarl, dass das, das beste Gericht auf der Welt ist." Überzeugt schaut Super B auf die Teller der Studentinnen neben sich. Diese schauen verlegen weg und werden leicht rot. Sicher bereuen sie schon neben diesen beiden Psychopathen zu sitzen.

"Das bestelle ich immer." LennyundKarl nickt und lässt Super B fortfahren. "Aber irgendwann werde ich auch mal eines der anderen Gerichte bestellen, weil ich neugierig bin, wie das so schmeckt." Er dreht die Gabel hin und her, beobachtet wie sie glitzert und einen verzerrten Schatten wirft.
"Aber du kannst doch eine Beziehung zu einer Freundin nicht mit Ente mit Erdnusssoße vergleichen", LennyundKarl lacht laut, etwas zu laut. Die Jungs am Tisch nebenan hören kurz auf zu kauen.
"Doch kann ich", widerspricht ihr Super B. "Eigentlich", flüstert er in seinem verschwörerischen Vorhaben "müsste man die komplette Karte einmal gegessen haben, bevor man weiß, was das Beste ist." Er macht eine bedeutungsvolle Pause.
"Und vielleicht merke ich ja, dass es doch etwas gibt, dass besser schmeckt als Ente mit Erdnusssoße. Dann wäre es doch tragisch, wenn ich immer das gleiche kaufe?"

Montag, Oktober 30, 2006

Das Stöckchen-Ding

Da der Raphael M. und auch schon der Herr Kreuzberger Stöckchen in meine Richtung werfen, werde ich nicht länger ausweichen, sondern sie fangen und beantworten. Diverse andere habens auch schon getan. Also auf, auf, ans 5 Dinge Stöckchen.

5 Dinge, die ich nicht habe, aber gerne hätte:
1. Einen Waschbrettbauch (noch nicht)
2. Knusperflocken, Haloren-Kugeln, Filinchen, Bambina-Schokolade
3. einen festen Wohnsitz
4. Fähigkeit Gedanken lesen zu können
5. Eine Hausratte

5 Dinge, die ich habe, aber lieber nicht hätte:
1. Eine Nana Mouskouri CD
2. Fußballerwaden (aktuell mit blauen Flecken)
3. eine unstillbare Gier nach Süßigkeiten
4. Einen Hang zum Chaos
5. wenig Schlaf

5 Dinge, die ich nicht habe und auch nicht haben möchte:
1. Ahnung von Diskofox
2. Haarausfall
3. Schlagermusik (Ole weiß, was sie mit Blättern macht)
4. Eine Katze
5. Eine Antwort auf alles

5 Dinge die ich habe, auf die ich nicht verzichten möchte:
1. Eine Zonenkindheit
2. Lange, lange Haare
3. Einen guten Kontakt zu einer Schokoladenfabrik
4. Ein verrostetes Fahrrad, das keiner klaut
5. Sarkasmus und Schlagfertigkeit

So wer mag nehme das Stöcken auf, aber Melli, der SirParker, PePe, der Herr aus Metropolis und die Frau, die erkältet ist sollten sich doch daran versuchen, falls sie es nicht schon getanhaben. Alle anderen sind auch dazu eingeladen.

Freitag, Oktober 27, 2006

Die Lösung

"Jetzt weiß ich es", mit einem Lächeln und zusammengekniffenen Augen steht Bassman im LennyundKarls Türrahmen. "Ich weiß jetzt, was passieren muss, damit es keinen Krieg mehr gibt" Bassman triumphiert.
"Was denn?" völlig erstaunt dreht sich LennyundKarl um. Herausgerissen aus ihren Gedanken. "Außerirdische! Außerirdische müssen auf die Erde kommen." Bassman verschränkt die Arme und sieht LennyundKarl an.
"Und was soll dann passieren?"
"Na das ist doch ganz logisch", Bassman wirft sich in Pose und erklärt, dass die Menscheit, sich dann zusammengehörig fühlen wird. "Wie jetzt? LennyundKarl rutscht unruhig auf ihrem Stuhl hin und her. Überzeugt erklärt Bassman: "Wir werden erkennen, dass es mehr Rassen gibt. Wir sind die Rasse Mensch und schwups, sind die Unterschiede unter den Menschen nicht mehr so wichtig." Zufrieden mit seiner Logik dreht sich Bassman um.
"Aber was ist wenn diese Außerirdischen feindselig sind?" LennyundKarl ist verwirrt. Mmmhh. Bassman denkt einen Moment drüber nach und erklärt sofort gelassen. "Dann vereinigen wir uns gegen ein gemeinsames Feindbild." Mit seiner Antwort zufrieden, dreht er sich um und machte einen Schritt in Richtung Küche. Den Fuß noch in der Luft, wendet er sich wieder schlagartig um. Gelassen sieht er Lenny_und_Karl an, die er etwas zersaust auf ihrem Stuhl zurückgelassen hat. "Wenn die zu uns kommen, dann ist ihre Technologie viel besser als unsere. Da können wir dann nix ausrichten und werden wahrscheinlich vernichtet." Stille. Draußen verzieht sich die Sonne hinter eine dicke Wattewolke. "Frieden ist dann aber auch" denkt LennyundKarl leise und laut nach. "Zwar keine weitere Existenz der Menschheit, aber auch kein Krieg mehr auf der Erde." Praktisch.
Ein irres Grinses breites sich auf Bassmans Gesicht aus. "Genau. Vielleicht kommen ja so Assi-Außerirdische "Ey geile Erde,oder was?" Gehört jetzt mir, hörst du!" Bassman verschwindet in sein Zimmer und probiert - mit Mikro und Verstärker- schon mal mögliche Stimmvarianten der Außerirdischen aus.

Montag, Oktober 23, 2006

Fieses Laub

Auch wenn Ole ihn gerade lobt, schiebe ich im Moment eher einen kleinen Hassfilm auf den Herbst oder besser auf sein fieses, ach so leuchtendes Laub.

Es ist dunkel und es nieselt. Ich husche zu meinem Rad und warte vor der Ampel ordnungsgemäß auf Grün. Das Männchen wechselt die Farbe.
Runter vom abgesenkten Bordstein und den Lenker leicht nach rechts ziehend um auf den richtigen Pfad zu kommen.
Böser Fehler.
Vor dem Bordstein sammelt sich, gerade im Herbst, unerhört viel Laub, das feucht vor sich hindümpelt.
Der Schlenker nach rechts ist zuviel. Der Druck auf den Reifen verlagert sich leicht, der Untergrund bietet keinen Halt.
Ruuummms!
Quasi noch auf dem Fahrrad sitzend, knallt mit einem dumpfen Prall die rechte Schulter auf dem Boden. Auch Kopf und Beine begrüßen ungewollt hart den Boden. Verdammt!

Zum Glück ist nix passiert. Leichter Kopfschmerz, ein mehr als faustgroßer, blauer Fleck am Oberschenkel, die Schulter schmerzt, Laub im Haar, Klamotten versaut.
Dieses fiese Laub. Erst so glitschig, dass es dich tückisch in die falsche Richtung leitet, um dann hämisch den Aufprall auch noch abzufedern.

Freitag, Oktober 20, 2006

Nur zu Besuch

Immer wenn ich dich besuch, fühl ich mich grenzenlos.
Alles andre ist von hier aus soweit weg.
Ich mag die Ruhe die hier, zwischen alle den Bäumen
als ob es den Frieden auf Erden wirklich gibt.

Es ist ein schöner Weg, der unauffällig zu dir führt
Ja ich hab ihn gern, weil er so hell und freundlich wirkt.
Ich habe Blumen mit, weiß nicht ob du sie magst.
Damals hättest du dich wahrscheinlich sehr gefreut
Wenn sie dir nicht gefalln, stör dich nicht weiter dran.
Sie werden ganz bestimmt bald wieder weggeräumt.
Wie es mir geht, die Frage stellst du jedesmal.
Ich bin ok will nicht, dass du dir Sorgen machst.
Und so red ich mit dir wie immer, so als ob es wie früher wär,
so als hätten wir jede Menge Zeit.
Ich spür dich ganz nah hier bei mir, kann deine Stimme im Wind hörn
und wenn es regent weiß ich dass du manchmal weinst,
bis die Sonne scheint, bis sie wieder scheint.

Ich soll dich grüßen von den andern.
Sie denken alle noch ganz oft an dich.
Und dein Garten, es geht ihm wirklich gut,
obwohl man merkt, dass du ihm doch sehr fehlst.

Und es kommt immer noch Post ganz fett adressiert an dich
Obwohl doch jeder weiß, dass du weggezogen bist.

Und so red ich mit dir wie immer und ich verspreche dir:
Wir haben irgendwann wieder jede Menge Zeit.
Dann werden wir uns wieder sehn, du kanst dich ja kümmern wenn du willst,
dass die Sonne an diesemTag auch auf mein Grab scheint.
Dass die Sonne scheint, dass sie wieder scheint.

In Memory. Martin 1982 - September 2001

-Songtext: Die Toten Hosen-

Dienstag, Oktober 17, 2006

Vertraute Entdeckungstour

Warm kitzeln die Sonnenstrahlen auf dem Gesicht, kühl weht der Wind. Leicht und beschwingt. Lange ist es her, sie hat sich verändert und dennoch ist sie so wie immer. Die Heimat, der Fleck der so so lange diesen Titel für sich beanspruchte. Schön ist es hier. Die besonderen, schönen Ecken fallen ins Auge. Der Blick schweift über die Goitzsche. Funkelnd die Wasseroberfläche, glitzernd wie abertausende Diamenten die hyptnotisierend hin und her schaukeln. Am Ende des schwimmenden Ponton erhebt er sich stolz und graziös. Der Pegelturm als Art schwimmende Doppelhelix Ganz oben bietet er einen schier endlosen Blick über die zum Teil künstlich geschaffenen Landschaft, die soviel Schönheit zeigt,friedlich, beruhigend wirk tund schon Heldin und Retterin in einem anderen Naturschauspiel war.

Eine Treppe aus Stein. Weit, weit nach oben führt sie. Plötzlich und inmitten der Bäume taucht sie auf. Sie mündet in einen Pfad umgeben von Wald, der nicht verrät, wo er sich befindet. Raschelnd die Blätter, die störende Geräusche schlucken, wie Fremdkörper.

Plötzlich biegt sich der Pfad. Das Geäst teilt und eröffnet den Blick auf sein Geheimnis auf einer Lichtung. Bitterfelder Bogen wird die Konstruktion genannt. Ein Schnitt ein Bruch zwischen Natur und kalter, aus Stahl geformter Architektur. Materialistisch ein Eindringling und doch geschwungen und elgegant und somit Teil seiner Umgebung. Sein Zweck jedoch, offenbart sich erst vollends bei der Begehung. Schritt für Schritt bis zum höchsten Punkt. Land und Stadt sind bekannt. Doch von hier wirkt es unbekannt und fremd. Eine neue Perspektive die neue Einsicht bringt, die zeigt, wie der Sinn das Vertraute so ungewohnt erscheinen lassen kann. Es ist windstill und dennoch vibriert das Gebilde, nicht offensichtlich sondern in sich. Unheimlich und doch faszinierend. Dieser gleichmäßige starke Rhythmus haucht dem harten, grauen Stahl leben ein, passt ihn der naturalen Umgebung an.

Diesen Ort verlassend zieht es die Seele noch an einen anderen. Der See, der sich hinter dem Dorf erstreckt. Leise weht der Wind. Auf der Luft schwirren leise Stimmen. Blass lachend erzählen sie von heißen Sommern, lauen Nachmittagen, schweißtreibenden Laufrunden rund um ihn herum. Viel schöner als in der Erinnerung erscheint er, während die laue Nachmittagssonne ins kühlen Nass taucht. Ein wohliges Gefühl. Eines von Vertrautheit. Und doch auch eines, das einen Hauch von Abstand und Neuem in sich trägt.


Sonntag, Oktober 08, 2006

Happy Family

Es gab doch einen Grund. Ich bin sicher, was war das noch gleich. Es war ein ziemlich gewichtiger Grund.
Ah ja, jetzt fällt es mir wieder ein. Nach Monaten das erste Mal wieder in der Heimat. Eltern und Geschwister besuchen. Und da fällt es mir wieder ein. Es gab einen Grund, warum ich der guten Familie nichts von meinem Block erzählt habe. Leider habe ich die Adresse nicht aus dem Abbinder der E-Mail gelöscht. Ergebnis: die liebe Verwandschaft klickt auf Seiten, die ihr vorher im Traum nicht eingefallen wären.

"Du, was ist denn ein Blog?" "Aha, naja so was brauchen wir nicht."

Ja, ist klar. Deshalb analysieren sie auch erstmal meine Texte, bewerten und urteilen, dass ich dies und jenes doch nicht hätte schreiben müssen.

"Das macht man doch nicht." "So etwas schreibt man nicht."

Lieber nichts über mich schreiben, keine Fotos von mir, meine Meinung kann ja auch nicht so wichtig sein und zuviel Ironie muss auch nicht sein.
Aber was bleibt dann noch?

"Ja, eigentlich nix" lautet die Antwort. "Haben wir doch gesagt, so ein Blog, den brauchen wir nicht."

Sonntag, Oktober 01, 2006

Nicht mehr lang...

... und ich bin ein Vierteljahrhundert auf dieser Welt. Anscheinend denken alle, dass ich damit nicht nur eine zeitliche, sondern eine weitere Grenze überschreiten werde.
Ahnungslos surfe ich durchs Netz. Pop, Pop, Pop geht es immer wieder.
Werbung in Pop Up's macht mich vermeitlich auf Sachen aufmerksam, die ich brauchen kann. Die Texte die ich darin lese: "Finden sie ihr Wohlfühlgewicht." "Auch sie können schlank sein."
Huch?

Aber es geht weiter. Die letzte Unterwäsche, die ich geschenkt bekam: Größe L. Man(n) dachte wohl, ich würde in das gute Stück passen. Pah!

Letztens vor dem Briefkasten: Endlich wieder mal schön gefüllt. Darunter ein hübsch bunter Katalog. Ich blätterte ihn erfreut durch. Ok, etwas verwundert war ich schon, über die wenig körperbetonte Kleidung. Ein Blick auf den Titel veriet mir dann die Firma, die mich beglückt hatte: "Happy Size."
Alle scheinen zu sagen: "Join the Club" Oder zu denken, dass ich schon Mitglied bin. Ich bin frustriert.

Mittwoch, September 27, 2006

Idomeneo

Wir sind ja nicht oft einer Meinung, eigentlich sogar sehr, sehr selten. Diesmal muss ich Angie, alias MC Merkel, aber mal recht geben.
In Berlin nimmt die deutsche Oper "Idomeneo" aus dem Spielplan.
Grund: In der Inszenierung präsentiert der König Idomeneo neben Jesus, Buddha und Poseidon auch den abgeschlagenen Kopf von Mohammed. Deshalb fürchtet man sich vor moslemischen Protesten und Gewalt.

Frau Merkel findet das ganze "unmöglich". Und da muss ich ihr zustimmen. Nicht nur, dass selbst Kultur nicht mehr Kunst sein darf. Was ist denn mit den Köpfen von Jesus und Buddha. Hey, Christen und Buddhisten dürfen beleidigt werden, oder was?

Politisch korrekt sein find ich gut, aber sich in allen Lebenslagen einzuschränken und jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, ist einfach zu viel. Keine Oper, keine Karrikaturen, keine Comedy und kein Showeinlage mehr. Wo fängt der gute Geschmack dann an und wo hört er auf?
Döner schmeckt scheiße, Türken mit 10 Tuben Gel im Haar find ich ätzend und die morgenländische Mucke nervt tierisch.
So! Wieviel Anschläge auf meine Person wird das wohl provozieren?

Dienstag, September 26, 2006

Bewerber im Bewerbungsgespräch - Teil 2

Aufgabe: Spielen sie ein Telefongespräch nach. So realistisch wie möglich!! - Kandidat A spielt den Agenten, Kandidat B den Kunden.

Man beachte: Diese Version ist ungegkürzt und wurde stimmlich genauso abgehackt gesprochen. Ein Gesprächsende gab es nicht. Die perfekte Vorstellung eines zukünftigen Call-Center Agenten, oder?

Kandidat A: Guten Tag man Name ist Hans Meier.
Kunde: Ja.
Kandidat A: Ich wollte mal fragen, ob sie an einer Digitalkamera interessiert sind?
Kunde: Ja.
Kandidat A: Da kann ich ihnen eine anbieten. Hochwertiges Aluminiumgehäuse, Akku, 5 Mio. Pixel und mit Kamerafunktion.
Kunde: Was kostet das?
Kandidat A: 250€. Das ist billiger als woanders im Geschäft.
Kunde: Hört sich gut an.
Kandidat A: Ja dann schicke ich ihnn die Infos zu.
Kunde: Geht das per Mail?
Kandidat A: Ja, das geht.

Ging es uns nicht allen schon so? Jemand ruft an, nennt weder Firma, noch woher er unsere Nummer hat. Bietet Digitalkameras/Lottoscheine/Fernseher an, die wir natürlich brauchen. Ohne zu überlegen sagen wir zu und wollen alles sofort zugeschickt haben. Keine 2 Minuten um uns zu überzeugen. Wie im echten Leben eben!

Außerdem dort passiert:
ER: Was hast du gemacht?
Im letzten halben Jahr habe ich in einer PR-Agentur gearbeitet.
ER: ???????? Was macht man da?
PR.
ER: ????????? - Fragezeichen in seinem Gesicht.
Nennt man auch Public Relations.
ER: ????????? - Fragezeichen schauen mich an.
Öffentlichkeitsarbeit.
ER: ?????????
Schreib einfach für Yahoo!
ER: Okay, das kenn ich: Jahoo.
Mit Y!
ER: Ja, ja, das weiß ich doch.

Samstag, September 23, 2006

Wortgewandt?

Happy Hour kann wie folgt definiert werden: Happy hour is a specially scheduled period of time — usually an hour or two in the late afternoon — during which some restaurants and bars gib discounts for drinkds, especially alcoholic drinks.
Bei einem kleinen Bummel durch die Stadt fiel mir aber auf, dass so etwas scheinbar niemand weiß und auch nicht nachgeschlagen hat.

1. Beispiel: Ein Kosmetikstudio. Aufschrift:

Happy Hour "ganztägig"

2. Beispiel: Eine Bar

"Häpi Aua"



Eine "happy hour", die sich über den ganzen Tag zieht ist doch ziemlich lang, oder? Und ist die falsche Schreibweise gewollt, soll das lustig sein oder war es keine Absicht? Lustig ist es jedenfalls nicht. Wo bitte ist die Rechtschreibung in Wort und Sinn?

Montag, September 18, 2006

Veränderung gut und schön...

...aber das? Es war doch nur ein halbes Jahr. Sechs Monate nicht mehr. So lange war ich nicht in der Stadt. Tolle Monate. Ich habe viel erlebt und mir ist klar: andere haben das auch.
Dennoch. Zurück in der Stadt ist irgendwie alles anders.

Mal eben die alten Kollegen besuchen und "Hallo!" sagen. Von wegen. Kaum einer ist noch da. Studium beendet. Festen Job angefangen. Viele sind weggezogen oder haben geheiratet. Ja genau, geheiratet. Sogar einige von ihnen.

Eine ist zurück in ihr Heimatland gezogen, verheiratet und schwanger, mit 21.
Die andere: ebenfalls weg, raus aus der Stadt und bald verheiratet.
Die dritte im Bunde: seit vier Monaten einen neuen Freund.... und den auch direkt schon geheiratet, beschäftigt mit der Familienplanung.
Hallo? Hab ich was verpasst. Was ist los? Haben sich alle an Frau Hermann ein Beispiel genommen und wollen aufholen, was wir jungen Akedemikerinnen angeblich nicht zustande kriegen? Ist es hip und in zu heiraten und ich hab einfach die "to do's" in der neuesten Vogue nicht gelesen?
Wie schnell ist man "gefühlskalt", nur weil man länger als 4 Monate damit verbringt, um zu entscheiden, ob man sich ewig binden will?
Oder: Dreht sich die Welt hier schneller oder dort langsamer wo ich im letzten halben Jahr war? Oder gar in die entgegengesetzte Richtung? Ist Zeit doch nicht relativ?

Donnerstag, September 14, 2006

Fotos

Als Studentin der Kommunikationswissenschaft – ich wollte irgendwas mit Medien machen und ich kann labern und schreiben, da ergibt sich schon was – ist man multimedial vernetzt. Klar. So auch im Studivz. Kontakt halten zu allen Kommilitonen und Studenten aus Deutschland, die man so kennt. Man richtet sich eine Seite ein, erzählt der ganzen Welt, was man mag, auch wenns keinen interessiert und postet – ganz ganz wichtig - ein Foto.

Das tolle an der Seite: Bei jedem Log-In werden die drei Leute aufgelistet, die sich deine Seite zuletzt angesehen haben. Meine Seite schauen sich in letzter Zeit ständig Juristen bzw. Rechtswissenschaftstudenten oder BWLler an. Jung, dynamisch, Polohemd, zu viel Gel in den Haaren. Warum? Liegt es am Foto? Was sagt das Foto aus? Habe ich aufs falsche gesetzt?
Optimal wäre: Das Super-Foto! Erzählt auf einen Blick alles, ist charakteristisch, lässt Fragen offen.
Ja, schon klar. Funktioniert nur nicht. Scheint genau in das Schema zu passen, in das es nicht hinein sollte.
Was nun? Foto wechseln?
Bleibt die Frage: Was sagt es aus? Über mich oder die Zielgruppe, die es anspricht?

Freitag, September 08, 2006

Factual Entertainment unter der Dusche

Von rechts nach links schwingt der kleine Roboter die metallenen Schultern und versucht passend dazu das graue Plastik seiner Hüften kreisen zu lassen. Der kleine Elektroroboter ist der einzige der am Ende der D-MAX Party noch tanzt. Alle waren sie zur Launch-Party des neuen Fernseh-Senders D-MAX geladen worden. Und alle waren sie gekommen. Die PRler, die Journalisten und Möchtegern-Allrounder. Essen und Trinken für lau, sorgten dafür.

Der Chef des Senders erklärte, man wolle „factual entertainment“ machen. Was das ist wussten danach alle auch nicht genauer. Fest stand, dass dieses themenbezogene Entertainment auf der Party aufgebaut war. Sport: Ein junger Mann (wahrscheinlich Schauspielr, kurz vorm großen Durchbruch) dehnte sich im Turnleibchen nach den anstrengenden Liegestützen vor den Spinten. Um alle im Anschluss mit einer öffentlichen Dusche zu erfreuen. Der Rucksackreisende spielte spontan Bongotrommel mit Klavierbegleitung und löste dann den angehenden Hollywoodstar unter der Dusche ab.

Aha! Eine Werkzeugabteilung, Autos in denen Hostessen die Scheiben von innen putzten, ein paar Motorräder, dazu Erdbeerprosecco, kleine Häppchen und frisch gedrehte Zigarren in der Bibliothek. So sieht also factual entertainment im Fernsehen nur für Männer aus.

„Nie wieder Sissi!“ dachte sich während dessen auch Ignaz Rubinstein, nachdem ihm der durchdringende Geruch künstlichen Vanilleextraktes der lodernden Duftkerzen zu Kopf stieg und fast die „behaarte Seele“ vernebelt hätte. Rubinsteins heutige Mission war klar umrissen: Abgreifen statt bekehren und die Visitenkarte des wohl hochkarätigsten Gastes einheimsen, der sich an diesem nasskalten Abend finden ließ. Gesagt, getan, auf zur Kaltakquise: „Oy, Miester Aust, biete entschuld’gen Sie. Ignaz Ruubinschteeeihn min Name. Iech bien där Scheffreportär där Jä-chusalem Pohscht, hier iest mäine Kaarte. Haben Sie von dem läckren Lox und den Bägels probiert? Keestlich, keestlich…“ Nun, der Plan ging auf, wie er immer aufging, Visitenkarten wurden ausgetauscht und man plante, sich doch wieder zum Essen zu treffen. Welch Chuzpe, Herr „Rubinstein“, der mit Ignaz Rubinstein ungefähr so viel zu tun hat, wie Alexandra Neldel mit Lisa Plenske. Dafür war er nun im Besitz der Visitenkarte von Stefan Aust. Immerhin! Ein schöner Abend für unseren Aufschneider „Herrn Rubinstein“. Die Vanillekerzen brannten fröhlich weiter.

Heiß brannte auch das Feuer der polnisch-angolanischen Soul-Diven-Kombo. Zwar traute sich außer unserem sportlichen Hollywoodstar und seiner ebenso käuflichen Tanzdame keiner zu tanzen, aber jedenfalls schwoften beide so gekonnt, dass man nicht fürchten musste, Papi hole sie gleich aus der Tanzschule ab. Mit fadem Geschmack von einem halben Meter Zigarre und einem erhöhten Cholesterin- und Alkoholspiegel stellte sich schnell Glückseligkeit ein, die eigentlich nur das wild vor sich hinduftendes Parmesanbüfett jäh zerstören konnte. Also Stellungswechsel.

Schwere Ledermöbel haben einen klaren Nachteil: Einmal in sie versunken, möchte man kaum wieder aufstehen. Musste man auch nicht, denn allerlei lukullische Leckereien wurden gereicht; einem römischen Centurio auf Heimaturlaub hätte es nicht besser gehen können. „Frollein, die Pfauenfeder, da geht noch was!“ Und so setzte der Abend langsam zur Landung an, Abba sangen sehnsuchtsvoll ihre „Dancing Queen“, die Endlosschleife DMAX-TV flimmerte weiter über riesige Flachbildschirme und unser Duracel-Hollywoodstar zeigte erstaunliche Kondition beim Zappeln. Und langsam, ganz laaangsam brannten auch die Vanillekerzen nieder.

In Coorporation with Ignaz Rubinstein from J.

Mittwoch, September 06, 2006

Perfekter Tag

8:00 Uhr Der Wecker klingelt. Och nö, noch nicht aufstehen. Wecker vorstellen und noch
einmal kurz umdrehen. Nur noch zehn Minuten.
9:00 Uhr Was? Warum hat es nicht geklingelt. Super. Verschlafen
9:30 Uhr Unter der Dusche. Ein Regen des sanften, warmen Nass. Doch plötzlich. Eiskalt! Der
Durchlauferhitzer zickt. Na super. Wenigsten macht das wach.
9:45 Uhr Schnell noch den Apfel zum Frühstück geschält. Der ist natürlich schlecht.
10:15 Uhr An einem Institut der Uni. Auf dem Weg zur Bibliothek noch eine Kopierkarte ziehen. Aber: Der Automat ist defekt. Wird in nächster Zeit auch nicht ersetzt.
10:30 Uhr Am PC in der Bibliothek. Schnell nach ein paar Büchern suchen. Nur möglich mit persönlichem Passwort. Gibts nicht, ist auch nicht zu besorgen.
11:00 Uhr Ein paar alte Kopierkarten aus den Tiefen der Tasche gefischt. Juhu, ein Lichtblick. Nacheinander verschwinden sie im Schlitz des Kopierers und ... werden direkt mit Fehlermeldung wieder ausgespuckt.
11:15 Uhr Zeit nutzen um eben schnell die Scheine aus dem Sekretariat abzuholen. Das ist
geschlossen. Die ganze Woche!
11:30 Uhr Fachschaftstür. Der einzige Tag in der Woche mit Präsenszeit. Die Gelegenheit um
alte Vorlesungsverzeichnisse auszuleihen.
12:00 Uhr Immer noch Fachschaftstür zusammen mit 6 Mitstudenten. Die Tür bleibt
geschlossen, keiner erscheint.
12:15 Uhr Vor der Institutstür. Die Sonne strahlt. Das Fahrrad: Hat einen Platten.

Montag, September 04, 2006

Bewerber im Bewerbungsgespräch
Ein Auszug und eine Frage

Irgendwo im Raum eines Callcenters:
Frage: Wer sind sie, was haben sie bisher gemacht?

"Mein Name ist Sebastian. Ich bin 25 Jahre und komme aus Eimsbüttel. Ich habe acht Jahre lang im Einzelhandel gearbeitet. Ja und meine Hobbies sind viele. Ich bin in verschiedenen Vereinen und dort mit verschiedenen Aufgaben betreut. Ja, das Hobby ist ungewöhnlich, vielleicht hier im Münsterland aber auch nicht. Ich bin im Kegelverein. Wir sind - vom Alter der Spieler her - der jüngste in der Gegend. Und wir nehmen an den kleinen Kreismeisterschaften teil. Darauf sind wir sehr stolz. In der Jugend im Heimatdorf mache ich auch viel. Ich organisiere Fahrten für die Kinder. Zwei Wochen in den Sommerferien. Da haben die Eltern ihre Ruhe und die Kinder Spaß. Ach ja und ihre Anzeige habe ich in der Zeitung gesehen."

"Ich bin Thorsten. Ich habe eine Ausbildung im Einzelhandel absolviert. Danach war ich zwei Jahre selbständig. Doch das Personalmanagement und die Marktsituation machten mir einige Probleme. Ich finde das Unternehmen sehr interessant. Besonders bei den Karrieremöglichkeiten. Ich bin sehr zielorientiert und zielstrebig. Ich habe hohe Ansprüche an mich selbst. Ich will weiter kommen. Meine Freundin wohnt in dieser Stadt hier. Sie hat sich vor einem Monat beworben und ist genommen worden. Man bekommt doch eine Prämie, wenn man jemanden wirbt, oder? Und mehr als 40 Stunden sind doch auch möglich zu arbeiten, oder?"

Frage: Wen stellen sie ein?

Anm. d. Redaktion: Originaltexte lt. Gedächtnisprotokoll - Namen, Daten und Orte sind geändert, Inhalte sind wahr

Samstag, September 02, 2006

Ausflug


Mitten auf der Autobahn hatte sie sie: Die Weltidee: Warum den Ausflug nicht noch zu einem kleinen Abstecher nutzen. Eben schnell in das Möbelhaus und die fehlenden Kleinigkeiten besorgen.
Böser Fehler! Die blau-gelben Farben schienen am Eingang zum Wort „Hell“ zu verschwimmen, aber das fiel ihr nicht auf.
Motiviert stürzte sie sich in die Massen, doch schon direkt vorm Regal „bomk“ passierte es. „Haaaaaaneeeess“, schrie ein Mütterchen durch die Reihen. „Haaaannnneeees“. Ruuuumms, da fuhr der süße blond gelockte Bengel mit seinem ach so lustigen roten Bobbycar direkt in ihr Schienbein. Den Schmerzenschrei ignorierend, freute sich Übermütterchen ihr Hab und Gut endlich entdeckt zu haben.
Bloß schnell weg, dachte sie sich und grub sich durch die Massen bunter und praktischer Funktionskleidung tragender Menschen und startet den Hürdenlauf über Janneks, Justins und Emilies. Glücklicherweise waren die meist schon dutzende Meter vorher auszumachen „Aaaahhhh“, „Laaaalaaaalaaaa“ „Neeeeeein“ quietschten kreischten Stimmchen von überall her. Autoerotik nennen die Psychologen so was. Warum nur?
Am Ende des ersten Stockwerkes das schwierigste Gebiet: die Kinderabteilung. Thorben, abgesetzt im riesigen Einkaufswagen, hatte blaugelbe Schüsselband schon zur Hälfte im Mund, während er kopfüber versuchte die verklebten Hände gen Wagenräder zu stecken. Nur schnell weiter.
Stopp: Kleiner Crash mit einem lustig bunten Clown. Er überreicht rosa Luftballonpudel. Doch ein in den Kindersitz gequetschter Wonneproppen schaut entsetzt auf das Gebilde und die Sterne funkelnden Augen seiner Eltern. Schüttelt den Kopf und weigert sich das Tier eines weiteren Blickes zu würden. Bravo, denkt sie sich und murmelt unter empörten elterlichen Blicken „Wo gibt es schon rosa Hunde, Kinder wollen nicht verarscht werden.“
Schnell die Salatschüssel gekrallt und Richtung Kasse drängend scheint sie das schlimmste hinter sich gebracht zu haben. Vorbei an Frauen, die bei zwei völlig identischen weißen Teller keine Entscheidung treffen können, welchem sie den Vorzug geben können. „Schatz 10€ für das CD-Regal, ist das günstig“ tönt es aus einer anderen Ecke. „Hier die Platzteller“ schlägt ein weiterer junger Mann vor. „Die sind schön aber… die stinken“. Andere haben aufgegeben, gähnen, so sehr dass sie mehr sehen kann, als jeder Zahnarzt vor ihr. Es ist nicht mehr weit. Bei den Kissenproben geht ein großer junger Mann immer wieder auf und ab. Jedem einzelnen Kissen gräbt seinen Zeigefinger in die Federn und murmelt: „Geht nicht, geht nicht, naja, geht nicht“ , immer wieder von vorn, gefangen in einem Kreislauf, dem er sich selbst nicht bewusst ist.
Nach endlosen 30 Minuten endlich raus. Frische Luft. Quietschende Luftballons hinter sich lassend, geht sie an Kindern vorbei, die schon gar nicht mehr wissen, warum sie überhaupt noch weinen. Autotür zu, Gas geben, weg.

Sonntag, August 27, 2006

Ode an den Regen


Ein Grau
vermischt mit weiß und blau
Ich seh hinaus
die Schemen sich lautlos bewegen
Ihr Treiben unter dem nassklaren Mantel
die Welt wird leise

Dumpf, sanft pochend, beruhigend, hypnostisierend
aus Wasser klare glitzernde Brücken
die Himmel und feuchte Erde verbindend
diese näher aneinander bringen als sie es je sein werden

Frische birgt Klarheit für den Geist
Winzige perfekte Tropfen zerplatzen auf der Haut
ihre Form entgleist
hinterlassen ein wohliges Prickeln


Sonnenlicht kitzelt tausend Farben heraus
lässt den Wasserschleier erstrahlen
Ein fantastischer Moment
Rein und klar. Regen

Donnerstag, August 24, 2006

Diskofox

Rhythmischer Beat, die Lyrics tanzen auf den Schallwellen in mein Ohr, kitzeln die Muskeln und wollen, dass ich mich bewege. HipHop nennte man das.
„Wollen wir Discofox tanzen?“
Stille. Stillstand.
Es dauert einen langen Moment....... So. Jetzt kann ich wieder atmen.
Jung, unschuldig, 23 und vollkommen unvorbereitet an der Tanzfläche einer Diskothek.
Okay vielleicht nicht der Szeneclub der Stadt, aber darauf kann man nicht vorbereitet sein. Ein "nein" reicht auch nicht aus, um in Ruhe gelassen zu werden.
Warum, wieso, weshalb? Oder wieso, weshalb, warum?

Eins-zwo-tepp, und Promenaaade, seitwärts ran, Daaame dreht, eins-zwo-tepp.
Alle Horrorvorstellungen von langweilen Leuten in langweiligen Tanzstunden tauchen in grellem Neolicht, dass sich in müdem PVC spiegelt vor dem inneren Auge auf. Eins, zwei, tipp schießt es mir durch den Kopf und mir wird schlecht.
Doch es wird schlimmer. Widerwillig verrate ich mein Alter, um zu erfahren, dass ich locker zwei Jahr älter aussehe. Hallo? Welchen Film fährt er denn? Äußerst passend, das hinterhergeschobene (mitleidige) Lächeln über meinen Namen. "Typisch ostdeutsch."

Oh man ist die Luft plötzlich dünn, ich fall gleich vom Stuhl.
Ich bin nur noch nicht sicher ob vor Wut, Ungläubligkeit oder sogar tiefsten Mitleid mit ihm und mir.
Hätte er sich die Anmachsprüche auf der Toilette seiner Uni abgeschrieben, hätte es nicht schlimmer sein können.
Ausgehen ist anstrengend. Sollte ich etwa jetzt schon zu alt oder zu anspruchsvoll sein? Und wenn nicht, warum dann doch? Will man das und wies lässt man es nicht?
Ab jetzt steht es also fest: Nie, niemals lerne ich Discofox. Nicht jetzt, nicht später. Nie.

Mehr zum abgewöhnen. Wieeee-ge-schritt. Nachtanzen auf eigenen Gefahr!

razbliuto

Fakten des Lebens

Homers Telefonnummer lautet: 555-3226

Ein Liter Druckertinte von Hewlett Packard kostet mehr als ein Liter Chanel No. 5

1944 wurde in England zuletzt eine Frau als Hexe verurteilt – zu neun Monaten Haft

Goethe schrieb 64 Jahre am „Faust“


Zur Verstärkung des Grenzzauns zum US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay ließ Fidel Castro in den 60er Jahren auf kubanischer Seite zehntausende Kakteen pflanzen

Die Gurke ist eine Beere

Hummeln und Bienen können rückwärts fliegen

Erich Honeckers Lieblingslied war das "Lied vom kleinen Trompeter"

In Artikel 9 der neuen Verfassung des Königreichs Bhutan wird die Steigerung des Brutonationalglücks zum Staatsziel erklärt

Plimpplamppletteren ist holländisch und bedeutet "Steine übers Wasser springen lassen"

'aua ist hawaiianisch und bezeichnet eine Frau, die langsam faltig wird

razbliuto bezeichnet auf russisch das Gefühl für jemanden, den man einmal geliebt hat, aber nicht mehr liebt

Auf japanisch bezeichnet das Wort "bakku-shan" ein Mädchen, das hübsch aussieht, wenn mann es von hinten bertrachtet, von vorne aber nicht

Mehr Fakten des Lebens

Mittwoch, August 23, 2006

dear rosi

„Inzwischen hatte ich die Gewissheit, dass ich die Liebe kennen gelernt hatte, da ich wusste, was es heißt zu leiden.“

Michel Houellebecq, französischer
Schriftsteller

Lies ihn nochmal, diesen Satz. Deutlich und langsam.

Klar steht jedes einzelne Wort nun für sich. Stechend gleich dem Schmerz den sie hinausschreien. Etwas das tief drin ist in dir und mir. Etwas, das dich allein lässt. Um dich herum ein fragender Nebel. Das strahlende Leuchten dazwischen führt nur weiter, tief hinein in die Irre und ist fälschliche Klarheit.
Leid in Vollendung. So tief, dass es zu deinem Lebenssaft geworden ist, aus dem zu zehrst. Es durchströmt dich und du hasst es. Frei davon zu sein, ist dir aber auch nicht möglich.
Wie hoch ist der Preis, den du zu zahlen bereit bist? Wie oft kannst du es noch? Wie unzertrennlich sind Leid und Lust?
Ich weiß, dass Feuer brennt stark. Du machst den Versuch den Flammen zu entkommen. Doch sie klammern sich an dich, wie das Netz einer Spinne. Leicht, fein und kaum sichtbar. Dennoch stark und machtvoll.
"Es ist besser, vielleicht, dann bin ich nicht mehr da" Ich will das nicht hören, nie wieder. Es ist nicht besser, es macht es nicht besser.

Die erste Schritt ist getan. Langsam kannst du gehen. Verlässt das Netz, das dich hielt. Beweg dich raus aus dem düsteren Schleier. Once you were bitten / That's the reason why you lost your faith in love / Twice and that's written / Is the number of chances we get from above / Don't stop just move on / Bad luck had departed.

Samstag, August 19, 2006



Luminarium Levity II der britischen Architects of Air

In zartem blau schimmert das Zeltdach. Die weich geschwungen Formen, durchzogen von feinen roten Mustern wölben sich leicht zu einem Dach. Rechts und links drängen die Wände in nach außen und bilden einladende Rundungen, die in einem satten blau leuchten. Langsam tastet man sich durch die Welt aus Form und Licht. Die himmelsgleiche Farbe formiert sich langsam zu einem satten, kräftigen Grün. Die Begrenzung der Farbe ist ein weiches Material. Bei Berührung spürt man die sonnige Wärme, die sich durch die wabenartige Struktur zieht. Fast erweckt es den Eindruck als seien sie das Leben, dass die Skulptur durchfließt. Die Luft strömt warm durch die Installationswelt. Die glatten Wände laden zu zum verweilen ein und geben unter dem Druck leicht nach. Formen sich nach dem Körper, der an ihnen lehnt und versuchen ihn sanft zu umschließen. Das wohlige rot umschließt nun Körper und Geist. Dieser wandert und labt die Sinne an all den Lichtköstlichkeiten von denen er umgeben ist. Rot, grün, blau und gelb: Das Luminarium Levity II vollendet die Symbiose von Farb und Form.

Luminarium Levity II: kleine Moorweide in Hamburg 19.-27. August

Mittwoch, August 16, 2006





So hier entsteht dann bald mein Blog, die Anfänge sind gemacht, kann also nicht mehr lange dauern