Dienstag, Oktober 17, 2006

Vertraute Entdeckungstour

Warm kitzeln die Sonnenstrahlen auf dem Gesicht, kühl weht der Wind. Leicht und beschwingt. Lange ist es her, sie hat sich verändert und dennoch ist sie so wie immer. Die Heimat, der Fleck der so so lange diesen Titel für sich beanspruchte. Schön ist es hier. Die besonderen, schönen Ecken fallen ins Auge. Der Blick schweift über die Goitzsche. Funkelnd die Wasseroberfläche, glitzernd wie abertausende Diamenten die hyptnotisierend hin und her schaukeln. Am Ende des schwimmenden Ponton erhebt er sich stolz und graziös. Der Pegelturm als Art schwimmende Doppelhelix Ganz oben bietet er einen schier endlosen Blick über die zum Teil künstlich geschaffenen Landschaft, die soviel Schönheit zeigt,friedlich, beruhigend wirk tund schon Heldin und Retterin in einem anderen Naturschauspiel war.

Eine Treppe aus Stein. Weit, weit nach oben führt sie. Plötzlich und inmitten der Bäume taucht sie auf. Sie mündet in einen Pfad umgeben von Wald, der nicht verrät, wo er sich befindet. Raschelnd die Blätter, die störende Geräusche schlucken, wie Fremdkörper.

Plötzlich biegt sich der Pfad. Das Geäst teilt und eröffnet den Blick auf sein Geheimnis auf einer Lichtung. Bitterfelder Bogen wird die Konstruktion genannt. Ein Schnitt ein Bruch zwischen Natur und kalter, aus Stahl geformter Architektur. Materialistisch ein Eindringling und doch geschwungen und elgegant und somit Teil seiner Umgebung. Sein Zweck jedoch, offenbart sich erst vollends bei der Begehung. Schritt für Schritt bis zum höchsten Punkt. Land und Stadt sind bekannt. Doch von hier wirkt es unbekannt und fremd. Eine neue Perspektive die neue Einsicht bringt, die zeigt, wie der Sinn das Vertraute so ungewohnt erscheinen lassen kann. Es ist windstill und dennoch vibriert das Gebilde, nicht offensichtlich sondern in sich. Unheimlich und doch faszinierend. Dieser gleichmäßige starke Rhythmus haucht dem harten, grauen Stahl leben ein, passt ihn der naturalen Umgebung an.

Diesen Ort verlassend zieht es die Seele noch an einen anderen. Der See, der sich hinter dem Dorf erstreckt. Leise weht der Wind. Auf der Luft schwirren leise Stimmen. Blass lachend erzählen sie von heißen Sommern, lauen Nachmittagen, schweißtreibenden Laufrunden rund um ihn herum. Viel schöner als in der Erinnerung erscheint er, während die laue Nachmittagssonne ins kühlen Nass taucht. Ein wohliges Gefühl. Eines von Vertrautheit. Und doch auch eines, das einen Hauch von Abstand und Neuem in sich trägt.


Kommentare:

kreuzberger hat gesagt…

Blogeinträge wie dieser verändern den Blick auf die eigenen Vorurteile und die klischeehaften Abziehbilder, die man von manchen Orten mit sich herumschleppt.

Lenny_und_Karl hat gesagt…

Ja, gerade Bitterfeld ist sehr belastet. Chemie etc. Mittlerweile riecht man aber gar nicht mehr, wenn man in die Stadt kommt, ehrlich wahr. Ist richtig nett dort.

Man in Metropolis hat gesagt…

Tolle Bilder. Sehr stimmungsvoll. Gefallen mir sehr gut.

Raphael M hat gesagt…

Endlich kann ich meinen Senf hier wieder ablassen.
Klasse Beitrag übrigens. Es geht doch nichts über ein gutes altes Stück Heimat :-)

Lenny_und_Karl hat gesagt…

@man in metorpolis: Danke und das mit der kleinen feinen Cam am Handy.

Lenny_und_Karl hat gesagt…

@raphaelm: Willkommen zurück muss ich ja fast sagen. :-) Ja Heimat bleibt Heimat und ist manchmal überraschend, wenn man so lange nicht da war.

burnster hat gesagt…

Eindrucksvoll. Hab ich noch nie gesehen, diese Landschaften.

Lenny_und_Karl hat gesagt…

Der Osten hat schon schöne Ecken. Grad in Bitterfeld tut sowas Not, nach alle der Chemie.

Dr.Chaos hat gesagt…

Ja Heimat ist schon was besonderes. Gerade die Gegend von Bitterfeld hat sich unheimlich zum positiven verändert. Und wenn man überlegt wie die Menschen im August 2002 um Ihre Heimat gekämft haben!!! Dort habe ich seit langem wieder das Zusammengehörigkeitsgefühl erleben dürfen. Ich dacht schon es währe ausgestorben!
Ich hoff doch für Dich, dass Du auch ein wenig Kultur zu Deinem Heimatausflug erleben durftest. Unser beiderseitiges Treffen hatt ja nun mal wieder nicht geklappt. Wenn Du das nächste mal in der Gegend bist, empfehle ich Dir das Künstlerkaffe in Pouch. Mit dem Fahrrad sagen wir mal 20 min von Bitterfeld. Immer am See entlang! Man kann es gar nicht verfehlen.
Und weg bin ich vom Thema Heimat. Was Sagte Goehte dazu: Alle diese vortrefflichen Menschen, zu denen Sie nun ein angenehmes Verhältnis haben, das ist es, was ich eine Heimat nenne.
Johann Wolfgang von Goethe, (1749 - 1832)

Dr.Chaos hat gesagt…

Sorry. Heist natürlich gekämpft!

Lenny_und_Karl hat gesagt…

Denk beim nächsten Mal ans Künstlercafé. War in Mühlbeck, dieses Restaurant mit kleinem Strand. Sehr, sehr fein.
PS: Treffen uns sicherlich in einer anderen Stadt, wie immer. :-)