Donnerstag, Juni 28, 2007

Gebührenboykott


Kommentare:

nina hat gesagt…

ach jee. ach jee.
ich versuch mich einfach nicht mehr aufzuregen.
bei mir sind es übrigens 602 euro. 275 ist da ja noch echt billig. hüstel. du meinst schon die studiengebühren oder?

Jule hat gesagt…

Ich müsste nächstes Semester 682,- euro zahlen.. Zum Glück bin ich ab nächste Woche keine Studentin mehr.
Ich drück euch die Daumen und wünsche viel Glück!!!!

Man in Metropolis hat gesagt…

Einfach mal so die Frage ins Blaue raus...

Warum sollte man nicht für eine Leistung bezahlen, wenn man sie nutzt?

Halies hat gesagt…

Dann müssten auch Auzibs bezahlen, denn schließlich lernen auch sie. Mout wäre da ein weiteres Thema, gefolgt von der Pendlerpauschale. Alles Leistungen, für die man ja bezahlen kann/sollte/muss.

In Skandinavien erhalten sogar Studenten vom Staat Kohle fürs Studium, warum nicht auch in Deutschland?!

Ein Studium bei der Bundeswehr wird auch bezahlt, warum sollten Studenten dann zu Kasse gebeten werden?!

Man in Metropolis hat gesagt…

@hallies

Azubis... arbeiten und sind in den betrieblichen Prozess integriert. Und gerade in den Mittelstandsunternehmen (die ja 80% unserer Volkswirtschaft ausmachen) sind diese günstige Mitarbeiter. Das sehe ich jetzt bei Studenten nicht so.

Der Vergleich Skandinavien und Deutschland hinkt ein wenig, da die Systeme sich unterscheiden und somit nicht wirklich vergleichbar sind.

Das Studien bei der Bundeswehr beinhaltet eine mindest Verpflichtung von 6 Jahren im Truppendienst bei der BW mit der Option sich im Ausland in die Luft sprengen zu lassen.

Also den Vergleich Studium und Azubi lasse ich nicht gelten.

Vergleich Skandinavien/ Deutschland kenne ich die Unterschiede zu wenig um sie wirklich beurteilen zu können.

Und ein Trisemester an der BW Uni hat mit einem regulärem Studium auch nichts zu tun.

Also ich für mich... sehe hier noch wirklich kein wirklich handfestes Argument dagegen, sondern einfach nur in den Raum geworfene Kampfparaolen.

Ich selbst habe bei diesem Thema eine recht neutrale Ansicht und eigentlich meine Meinung noch nicht gebildet. Daher würden mich die Kontra-Punkte wirklich mal interessieren. Wenn sie denn sachlicher Natur sind.

Alp hat gesagt…

Die Frage ist doch viel eher eine prinzipielle: Sollen junge Leute dazu ermutigt werden zu studieren, oder eher davon abgehalten?
Ich lese gerade heute auf Golem, dass 20.000 Stellen in der IT-Branche unbesetzt sind und sich 59% der Firmen aus einer Umfrage in ihrer Geschäftstätigkeit behindert sehen.
Aber um den Eindruck zu bekommen, muss ich nicht weit gehen, auch unsere Firma sucht viel Fachpersonal und findet wenig.

Klar, wenn kein Geld da ist, muss irgendwo gespart werden; aber an Bildung zu sparen halte ich in annährend allen Fällen für falsch, weil es maßgeblich die Zukunft schlecht beeinflusst. Um das festzustellen muss ich keine Vergleiche mit Azubis oder Bildungssystemen in anderen Ländern aufstellen.

kreuzberger hat gesagt…

Ich habe unter zwei Voraussetzungen nichts gegen Gebühren: Sie müssten komplett den Unis zugute kommen und die Studenten sollten sie erst nach Abschluss des Studiums bezahlen (allerdings auch nur, wenn sie gut verdienen).

Die Gebühren, wie sie aktuell in Deutschland eingeführt werden, halte ich dagegen für unsozial. Sie werden nur dazu führen, dass die aktuelle Situation weiter verstärkt wird - das heißt, dass die Chance auf Bildung noch mehr als bislang vom Einkommen der Eltern abhängt. Und das, wo wir in Deutschland im internationalen Vergleich ohnehin schon zu wenige Studenten haben.

Last but not least: Die Gebühren sollen wohl eher Haushaltslöcher der Länder stopfen, als die Qualität des Studiums zu verbessern. Und das ist auch definitiv nicht in Ordnung.

Der Mitch hat gesagt…

Bei mir sind es 650 Euro pro Semester und ich kenne viele gute Argumente gegen die Gebühren. Studiengebühren sind sozial ungerecht! Es ist nun mal so, dass es in Deutschland nicht nur besser verdienende gibt. Wie sollen sich Eltern die die von Hartz IV leben und sich jede Woche bei der Tafel anstellen um Essen zu kaufen ein Studium für ihre Tochter oder ihren Sohn leisten?
Bafög? Nur bedingt! Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Freundin von mir (Eltern sind geschieden) lebt bei ihrer Mutter, die so wenig verdient, dass diese Freundin eigentlich Bafög bekommen müsste. Durch den Verdienst des unterhaltspflichtigen Vater, dass angerechnet wird, bekommt sie kein Bafög. Nun ist es so, dass der Vater eigentlich zahlen müsste...es aber (nachweislich durch mehrere Klagen) nicht macht. Das ist dem Amt aber recht egal. Sie rechnen das offizielle Einkommen, dass in Wirklichkeit nicht da ist,an.
Mal davon abgesehen, dass das Bafög lange nicht reicht um zu Leben und Studiengebühren zu bezahlen. Der Studienkritik ist genauso ein Humbuk. Es wird argumentiert, dass dieser später leicht als Akademiker zurückzuzahlen ist...erzähl das mal den Lehrern die sich teilweise in die Arbeitslosigkeit oder schlecht bezahlten Berufen studieren.
Das "Plakat" von LuK trifft es auf den Kopf: Bildung wird durch Studiengebühren zur Ware gemacht und dies widerspricht den Menschen- und Bürgerrechten die besagen, dass Bildung jedem zustehen muss.

Nächstes Argument: Studiengebühren schrecken ab. Es ist doch so, dass Deutschland angeblich mehr Akademiker braucht. Man sollte also den Studenten eher den Arsch pudern statt sie aus zunehmen. Mich hätten Studiengebühren damals abgeschreckt und ich denke es geht vielen so.

Studiengebühren verlängern die Studienzeit! Mehr zahlen bedeutet mehr Arbeiten. Mehr Arbeiten bedeutet weniger Lernen! Wie soll man sein nettes, neues Bachelorstudium erfolgreich nach 6 Semestern abreißen, wenn man nach einem 6 - 8 Stunden Studientag noch 6 Stunden arbeiten muss?

Studiengebühren kommen nicht direkt der Lehre zugute! Von den Studiengebühren hat der Student nichts! Ich zahle 650 Euro und habe immer noch keine Garantie einen Sitzplatz. Wenn man mit 350 Studenten in einen Raum für 100 Studenten sitzt...äh...steht und der Raum weder Beamer noch Overheadprojektor hat fragt man sich schon warum man zahlt.

Lenny_und_Karl hat gesagt…

@nina: Ja, ich meine Studiengebühren. Sicher sind wir da ne preiswerte Uni. Semesterbeitrag kommt aber dazu. Damit sind wir etwas über 400€.

@jule: Ich bekomm es wahrscheinlich auch wieder weil ich im Oktober fertig werde. Aber an meiner Meinung dazu ändert es nichts.

@MiM: Ich erbringe doch auch eine Leistung. Und wenn es danach geht müssten Schüler auch zahlen. Bildung sollte Einkommensunabhängig möglich sein.

@

Lenny_und_Karl hat gesagt…

@Halies: Ohne das konkret auszuführen stimme ich ihnen in den meisten Punkten zu.

@MiM: Mit anderen Ländern zu vergleichen ist sicher schwierig. Das Problem ist, dass bei der Argumentation für Gebühren andere Länder genannt werden und die gleichen Leute sagen, als Argument gegen Gebührten könnte man das nicht anführen.

@alp: Ich sehe es auch als Hindernis. Das Argument "Es ist kein Geld da" zieht hier nicht. Eine Haushaltsprüfung meiner Uni hat ergeben, dass der Haushalt sehr gut ist und Gebühren nicht notwendig sind. Komisch.

Lenny_und_Karl hat gesagt…

@kreuzberger: Richtig. Sie kommen nicht vollends den Studierenden zu gute. Viele Sachen z.B. neue Räume dürfen davon nicht bezahlt werden. Professoren nur, wenn das Fach eine Überlast an Studenten hat. Das Beste: Hier gibt es jetzt Gebühren. Begründung: "Damit wir keine Institute schließen müssen." Und was passiert nach der Einführung: Die Soziologie soll so weit gekürzt werden, dass sie keine eigenständige Lehreinheit mehr sein kann. Soviel dazu.

@Mitch: Bildung sollte keine Frage des Geldes sein. Nur wer Geld hat ist nicht automatisch schlauer. Obwohl, wenn das weiter so geht in naher Zukunft vielleicht schon.

Man in Metropolis hat gesagt…

@lenny_und_karl

Welche Leistung erbringt ein Student im reinen Studium? Ich kann mich nicht erinnern, dass die Studienzeit a) im Brutto-Sozialprodukt einfließt und b) im Studium keinerlei Wertschöpfung anfällt. Die fällt, wenn überhaupt, dann erst nachher an.

Und auf den Schüler zurück zu kommenn... es herrscht eine Schulpflicht.

Und aufgrund der Gesetzgebung ist die schulische Grundausbildung kostenfrei.

Ich sage ja gar nicht, dass es gut oder schlecht ist.

Ich würde lediglich behaupten, dass die Gebühren die jetzt erhoben werden, nur zum Löcherstopfen an der Uni verwendet werden. Sie kommen nicht wirklich den Studierenden zu gute.

Man in Metropolis hat gesagt…

Ist mir gerade so in den Sinn gekommen...

Ich könnte mir ein Konzept vorstellen, in dem man zwar vielleicht Gebühren zahlt, diese aber später sukzessive bei der Einkommenssteuer als Werbungskosten ansetzen dürfte. Denn letztlich dienst das Studium ja dem Erwerb des Lebensunterhalts.

So würden Studenten die im Inland bleiben davon profitieren.

Und Akademiker die anschließend im Ausland gehen, davon ausgenommen sein, da das erworbene Wissen ja nicht direkt zum Wohle und Nutzen der eigenen Volkswirtschaft dient.

Alp hat gesagt…

Geld für etwas auszugeben, was erst in der Zukunft einen Gewinn bringt nennt man Investition.
Ich habe schon Gerüchte gehört, dass verschiedene Firmen dieses merkwürdige Konzept erfolgreich anwenden.

Man in Metropolis hat gesagt…

Bildungs ist eine Investition in das Humankapital.

Alp hat gesagt…

Humankapital ist Schlachtvieh.

Man in Metropolis hat gesagt…

"Humankapital ist Schlachtvieh."

Phrasendrescherei und nicht wirklich konstruktiv.

Halies hat gesagt…

Ist ist schon interessant. Gestern hörte ich noch im Radio, dass sich die FH Münster über 4,9 Mio Euro freuen darf, die sie aus den Studiengebühren gewinnen werden. Der Großteil dieser Summe wird dann in Stipendien für Studenten "investiert" werden. Also wenn das mal nicht sozial ist?!?!