Freitag, August 03, 2007

Zwei von Vier

Hass

Der Hass fokussiert dich. Engt dein Blickfeld ein. Dein Blick wird schmal. Nach rechts und links ist dir die Sicht versperrt. Vor und hinter dir kannst du nichts mehr sehen. Bist abgeschnitten von dem. was war und kommen kann, vergehst dich im Augenblick.

Scharf und grell siehst du das Vergehen. Alles andere wird unscharf und verschwimmt. Du bist besessen darauf und nichts bringt dich davon ab.

Ganz schnell frisst er alles auf. Die lebensfrohen Tage, die Farben in denen sie gezeichnet sind, das Licht, dass sie erstrahlen lässt.

Plötzlich ist die Liebe dahin. Eingesperrt, angekettet. Du spürst sie doch noch, aber der Hass verursacht Schmerz. Das tiefe, stechende Gefühl stumpft dich ab, überdeckt alles, legt sich wie ein Schleier darüber. Eiskalt lässt es dich nach außen erscheinen.

Alles zieht er mit sich in die Tiefe. Die Hoffnung zerstört er. Den glauben zerfesst er fein säuberlich in Stücke. Das Glück vergräbt er tief. Die Erinnerung verscharrt er.

Doch geht das wirklich so plötzlich? Siehst du nicht das Stück, den Spalt den der Hass offen lässt und nicht zu schließen vermag? Kannst du hineinsehen und dich an eine Zeit erinnnern, die er nicht beherrschte?

Es ist dein Wille, der darüber entscheidet. Dein Wille der dich dazu bringt nicht zurückzusehen. Er bringt dich dazu, dich weiter am Hass zu nähren. Dich abzuwenden um zu vergessen.

Kommentare:

Chilli hat gesagt…

Alles andere wird unschaft... (unscharf?)

Hass kann auch eine unglaubliche Kraftquelle sein.

Man in Metropolis hat gesagt…

Ich möchte mich dem anschließen...

Hass ist eine schier unerschöpfliche Quelle von Energie, die übermenschliches zu leisten vermag.

Ein Quell von Kreativität.

MC Winkel hat gesagt…

Bei mir wandelt er sich am Höhepunkt der Empfindung ins Lächerliche. Echt. Ich muss dann lachen, oft mich selbst aus, und denke mir: Zeit- u. Energieverschwendung.

Muss es aber auch geben.
Ohne Ying kein Yang, nä!