Freitag, Januar 09, 2009

ZImmer frei?

Ein Zimmer ist im Moment tatsächlich frei. Allerdings nicht in irgendeiner WG, sondern meiner eigenen Wohnung. Ich bin hier Bestimmerin! Also gab es eine Anzeige in einem bekannten WG Forum. 24 Stunden stand sie dort und mehr als 70 Leute meldeten sich darauf. Also schnell drei Besichtigungstermine festgelegt, die Leute auf die verschiedenen Uhrzeiten verteilt und fleißig eingeladen.
Auf Grund von Verspätungen, Nicht-Erscheinen, Mehrfachbelegung und anderen Unpünktlichkeiten kamen mehrere Leute gleichzeitig, um sich das freie Zimmer anzusehen.

Nach bereits zwei von drei anstrengenden Tagen ein paar Tipps für die Bewerber und potentiellen Mitbewohner, die die Chance erhöhen wollen auch tatsächlich einziehen zu dürfen.

- Wenn du einen ganz engen Zeitplan hast, der keinen Besuch zu den angegebenen Zeiten zulässt und du nach Bitten und Betteln einen Extra-Termin ganz allein erhälst, solltest du auch erscheinen.

- Einen Termin morgens um halb 8 Uhr nachts um 1 Uhr per Mail abzusagen mit der Entschuldigung ist, es wäre leider kurzfristig ist suboptimal um Interesse zu wecken.

- Die Vermieterin und potentielle Mitbewohnerin vor versammelter Mannschaft zu belehren und sich über die Methodik der Auswahl zu beschweren, fördert keine Sympathien.

- Noch vor dem Einzug große Angst über eine mögliche Mieterhöhung z.B. durch Nebenkosten zu äußern und die Abhängigkeit von den Eltern, die stark finanziell begrenzt ist, zu betonen fördert kein Vertrauen in die Solvenz des Bewerbers.

- Zu erklären, wie sehr man auf der Suche nach einer Nicht-Zweck-WG ist und dabei durchleuchten zu lassen, dass Familienersatz gewünscht ist, schmälert den Eindruck einer unabhängigen, selbständigen Person.

- Noch vor der Besichtigung zu bestimmen, dass der Einzugstermin nicht passt und mindestens einen Monat nach hinten verlegt wird, ohne Miete zu zahlen und dennoch auf einen Besichtigungstermin zu bestehen, führt dazu, keine Antwort auf diese Anfrage zu erhalten.

- Sich auf die Ausschreibung einer Nichtraucher-WG zu melden, wie ein Räucherstäbchen zu duften und zu sagen, dass man natürlich nur auf dem Balkon rauchen würde, weil man den Geruch in den Klamotten ja nicht will, ist nicht glaubwürdig.

- Vorsichtig anzufragen, ob dies ein Party-WG sei und nach der Antwort "Nein" zu fragen, wie es denn aussieht, wenn man ab und zu ein paar Freunde mitbringt, so abends unter der Woche, klappt super, wenn man sich in einem Wohnheim oder so vorstellen würde.

Kommentare:

Looka hat gesagt…

Das erinnert mich als ich meine erste WG gesucht habe. Ich war ziemlich hals über Kopf vierhundert Kilometer von zuhause weggezogen. Nicht dass ich von meinen Eltern wegwollte, aber die nächste große Stadt die in Frage kam, war nun einmal etwas entfernt.

Habe ich zuerst noch bei Arbeitskollegen meines Vaters gewohnt, musste ich mir sechzehn WGs anschauen bis ich genommen wurde. Teilweise waren bis zu sechzig Mitbewerber, die die Wohnung auch besichtigt haben. Deine Tipps hätte ich soweit bedacht, aber anscheinend war ich von Grund auf nicht geeignet für eine normale WG. Was auch immer normal in diesem Zusammenhang bedeutet.

Jedenfalls würde ich aus Sicht des Vermieters/Mitbewohners sagen, dass es besser ist, wenn sich solche Menschen direkt zu erkennen geben. Wenn auch unfreiwillig. Aber hätten nun alle deine Tipps beachtet und sich soweit verstellt, dass du nicht erkannt hättest welch eigenartige Menschen teilweise dabei sind, dann wäre die Auswahl schwieriger und die Gefahr eines Fehlgriffes höher.

Auf jeden Fall amüsant zu lesen. Wir haben uns damals auch schon überlegt, ob wir aus Neckerei ein Zimmer anbieten sollten, um uns ein paar Nachmittage zu vertreiben, aber sind dann zu dem Schluss gekommen, dass es den Menschen gegenüber unfair wäre. Dann kam die Idee auf eine anständige Plattform zu schaffen, wo man ähnlich einer Partnersuche anhand von Interessen, Gewohnten und Suchvorstellungen gematcht wird um eine schnellere Vorauswahl zu treffen. Aufgrund von fehlenden Programmierkenntnissen und Zeit wurde dies jedoch nie umgesetzt.

Wünsche ihnen noch viel Spaß bei der Suche und hoffe, dass sie den oder die Richtige für das Zimmer finden. Versuchen sie es doch einmal über Twitter.

Und die 28€ bringe ich bei Gelegenheit auch noch vorbei. Aber sagen sie es niemanden. Danke.

nina hat gesagt…

habe mit meiner freundin auch schon überlegt, ob wir einfach eine anzeige schalten und leute einladen um zu gucken, wer so kommt. hätten nämlich theoretisch auch ein zimmer frei.
wir haben allerdings nicht so viel zeit und ein bisschen fies wäre es ja schon.
aber klingt nach sehr viel spaß, was du so erzählst.
okay, wenn man ernsthaft jemand sucht, ists vielleicht nicht so witzig. ich hoffe sie finden noch jemanden, frau lenny_und_karl!

Lenny_und_Karl hat gesagt…

Looka, da haben Sie recht. Natürlich bin ich froh, dass die Leute so ihr wahres Gesicht zeigen, weil es viel schlimmer ist mit jemandem zusammen zu wohnen, der alles in Frage stellt, was man macht. Eine natürliche Auslese. Aber wirklich einfach wird es dadurch nicht.

Ja Nina, falls Sie das machen sollten, sollten Sie auf jeden Fall darüber schreiben. Lustig ist es allemal!

frau k. hat gesagt…

oh ein MitbewohnerCasting. Ich hab das immer geliebt, allerdings erst nachdem ich auf der Vermieterseite war :-)

Ich bin sehr gespannt wie es ausgeht.

Wir haben früher immer Polaroids von den CastingTeilnehmern gemacht, und manchmal auch den Dartpfeil entscheiden lassen. Wenn wir uns uneins waren. Lief manchmal allerdings nicht so gut.

Herr Schmidt hat gesagt…

Also wenn Sie, liebes Fräulein Lenny_und_Karl, in das einzelne Zimmer ziehen und mich in den restlichen Zimmern wohnen lassen, mir für die nächsten 10 Jahre einen Mietpreis von 100,- pro Monat garantieren und mir jeden Morgen Frühstück ans Bett bringen, bin ich dabei. Deal?!? ^^

Anonym hat gesagt…

Geil :-)

Anonym hat gesagt…

Hallo Kollegin - ich habe herzlichst gelacht!