Sonntag, März 29, 2009

Abschiede

Weißes, kurzes, gelocktes Haar, die Augen noch geöffnet, liegt sie auf dem Bett. Der Körper ist noch derselbe und dennoch ist sie selbst nicht mehr da. Das ist nicht mehr der bekannte Mensch. Der Arm ist kalt, die Lebensgeister entschwunden und der letzte Weg bis zum Ende gegangen. Achtzig Jahre, eine lange Zeit dennoch viel zu kurz.

"Ich bin alt, ich habe gelebt, meine Zeit ist gekommen" war die Einstellung. "Kümmert euch um meine Schwester." Diese sitzt kleiner, älter und etwas zusammen gesunken neben dem Bett. Sie streichelt den Arm, umart ihre Schwester, ihre lebenslange Wohnpartnerin ein letztes Mal.

"Machs gut und schlaf schön, bis zum Paradies." Das sehen sie sich wieder. Das glaubt sie ganz fest und das ist für sie die Wahrheit. Das ist ihr Trost und die Erleichterung. Es wird für sie nur ein Abschied auf Zeit, bis zu zu einem besseren ewigen und glücklichen Leben. Die Trauer vertreibt das aber nicht. Das Gefühl, das nun ein Hälfte verschwunden ist und die Stütze fehlt. Sie war immer da. Ganz am Anfang und über all die Zeit. Eine halbe Oma für uns, ein Tante und ein gute Seele.


Dann Tschüss oder auf Wiedersehen, bis bald und Adieu, Ciao und See you.

1 Kommentar:

Man in Metropolis hat gesagt…

*betretenes Schweigen*