Sonntag, Mai 24, 2009

Nah beieinander

Das Wochendende war ganz wunderbar. Ich hatte insgesamt vier Tage frei. Zeit für mich, Zeit meine Sachen zu ordnen. Zeit mit Freunden zu brunchen. Nicht zu vergessen - Zeit feiern zu gehen.
Das war ganz wunderbar und spannend, denn unsere Gruppe mit Leuten aus Frankreich, Canada, Polen und England verstand sich in der Sprache des Tanzes fantastisch. Einmal die Bars des Hamburger Bergs rauf und runter. Letztendlich tanzten wir die halbe Nacht auf einem Tisch in einer Bar. Verschwitzt und lachend.
Die zweite Nacht ähnlich und wild tanzend mit einem sonnigen Frühstück auf dem Fischmarkt. (By the way: Mein neuer Lieblingsclub ist Molotow. Wer geht mit mir hin?)

Morgens zwitscherten die Vögel als die Sonne aufging und ich nach Hause kam. In den Schlaf habe ich mich dann doch geweint. Manchmal liegen die Dinge eben sehr nah beieinander.
"I am a mountain, I am the sea. You can't take that away from me."

Was war da denn nur schief gelaufen. Irgendwie glaube ich immer noch, dass das nur ein Scherz sein kann. Ich glaub es einfach nicht. Das ist jetzt nicht wahr, oder?

Ich war so unglaublich ehrlich und echt. Alle Karten lagen offen auf dem Tisch und Fragen gab es keine mehr. Keine Missverständnisse, keine Ängste und keine Bedrängnis. Und dann das? Bitte?
Wie kann es so schwer sein, ganz simpel ehrlich zu sein? Sonst nichts, gar nichts. Nichts habe ich verlangt oder gefordert. Und das war und ist ok, immer noch.
Ein Funken Ehrlichkeit, ein Satz wäre vollkommen ausreichend gewesen. Warum? Nicht um zu erklären oder zu wissen. Einfach um mir die Freiheit zu geben selbst zu entscheiden, bewusst handeln zu können, denn ich treffe meine Entscheidungen noch gern selbst.

Aber das, ist so gemein, dass ich kaum Worte dafür finde. Mich zu übergehen. Mich damit unmündig zu machen und zu etwas zu machen, das genutzt oder benutzt wird. Mich so zu belehren und zu strafen und am schlimmsten: Mich zutiefst zu demütigen.

Das ist nicht fair. Offen habe ich gespielt. Wie dumm eigentlich. Wie blöd muss man eigentlich sein. Wie naiv.
Nun weiß ich es, ich habs. Hier ganz tief drin. Diese Demütigung war nahezu perfekt in ihrer Ausführung. Unschuldiger Blick und tiefe Leere. Eine Lektion in emotionaler Belanglosigkeit. Mindfucking and murderous.

Kommentare:

Madame Lulubelle hat gesagt…

Ich verstehe zwar nicht so ganz die Hintergründe, aber es tut mir leid für dich. Naja, aus eigener Erfahrung vermute ich, wir hatten schlechten Mond- wenn du verstehst, was ich meine.
Kopf hoch!

ChliiTierChnübler hat gesagt…

Wenn Sie mir sagen, wer das war, werde ich ihn verfluchen mit 10 Jahren schlechten Sex und Frauen mit Cellulitis am Doppelkinn. Ja das werde ich! Ansonsten kann ich nur eines meiner wenigen Taschentücher anbieten, die mir noch geblieben sind. Sind besonders saugstark. Man kann sie auch auf's Kissen legen Nachts.

nodch hat gesagt…

Im Moment soll man glaub ich besser die Finger vom anderen Geschlecht lassen, zumindest wenn man auf was Ernsthaftes raus will, das geht überall in die Hose. Kann aber sein dass das geografisch bedingt ist, dann haben sie nix zu befürchten...

Parkster hat gesagt…

Das klingt echt heftig... schade. Wenn ein Ablenkungsbesuch hilft, bei uns ist immer ein Platz frei!

Du musst Dir auch nicht mehr W. Tischer ansehen ;)

der Kaiser hat gesagt…

"Wer keine Demütigungen kennengelernt hat, weiß nicht, was es heißt, auf der untersten Stufe seiner selbst anzukommen."

Von hier an, kann und wird es nur noch aufwärts mit Ihnen gehen Frau L_u_K. beachten Sie, in dem Wort Demütigung steckt immer noch Mut!

kreuzberger hat gesagt…

Das hört sich ja richtig übel an. Aber auch wenn es eine abgeschmackte Binsenweisheit ist: Die Zeit heilt auch sowas. Soltest Du demnächst in Berlin sein, biete ich mich außerdem gerne als Ablenker an.

Schöner zitierter Song btw.

Lenny_und_Karl hat gesagt…

Madame Lulubelle da stand der Mond wohl ne ganze Weile schlecht.

Frau ChliiTierChnübler ich nehme eines der Taschentücher und komme eventuell auf die Vodoo-Sache zurück.

Herr Nodch darauf war ich nicht aus und das war beidseitig sowas von klar. Gerade dann sollte es doch einfach sein zu sagen: Hey, ich treff mich mit....

Och Herr Parkster das ist nett, aber ich habe da schon so strandmäßig was ins Auge gefasst.

So tief drin Herr Kaiser haben sie recht, das weiß ich auch. Die Frage ist, wann ich das akzeptieren kann.

Ja Herr Kreuzberger ein ganz wunderbarer passender Song. Und wie gesagt war es ehr eine soziale oder zwischenmenschliche Enttäuschung.

der Kaiser hat gesagt…

Es weniger die Frage nach dem "Wann", solange Sie wissen DAS sie es werden! Ich glaube da an Sie!

nodch hat gesagt…

Wenn man darauf nicht aus war, wo ist denn dann das Problem? Auch wenn die Aussage, die sie sich erhofft haben nicht kam...

Lenny_und_Karl hat gesagt…

Herr Kaiser, ich glaub auch an mich!

Herr Nodch das Problem ist selbst brutalst ehrlich zu sein und das Gegenteil zurück zu erhalten. Der Text manifestiert ja nur den finalen Crash dessen Details tatsächlich demütigend waren.

Bandini hat gesagt…

Es wird mir ewig ein Rätsel bleiben, warum Männer (wie auch Frauen) nicht auf Ehrlichkeit stehen, sondern lieber Spiele spilen. Jede Frau, die mir klares Interesse signalisiert hat, hatte immer schon einen Bonuspunkt und ich habe so manche genauer angeschaut, die ich sonst hätte links liegen lassen. Manchmal hat es sich für beide Seiten gelohnt - so hoffe ich doch. Vergessen Sie die Spieler einfach und nehmen Sie die ehrlichen, auch wenn die manchmal anfangs etwas langweiliger wirken. Oder wollen Sie definitiv gar nicht und nie spielen?

MC Winkel hat gesagt…

OMG, was ist passiert? Wasauchimmer, Sie wissen ja: es ist nicht wie tief, sondern ob man aufstehst wenn man fällt. Und das können Sie!

Lenny_und_Karl hat gesagt…

Bandini gegen kleine Spielchen habe ich nichts, das ist doch ganz spannend, manchmal auch große Spiele, ich habe nur etwas dagegen mich als unmündig und dumm behandeln zu lassen.

Ach Herr W., merci!

nodch hat gesagt…

Ok, so klingt das schon anders, ich vermutete da erst nicht viel dahinter und das hätte ich dann nicht nachvollziehen können.

#5 hat gesagt…

mich macht es wütend zu sehen, wenn menschen nicht ehrlich sind, bzw. sie so tun als ob. frage mich dann auch, ob man selber seine aufrichtigkeit aufgeben soll und genauso verzockt und abgebrüht werden soll.

auch wenn ich das manchmal gerne machen würde, nein - ich bleibe aufrichtig und ehrlich. alles andere bin nicht ich. das einzige was helfen könnte, wäre vorsichtiger zu werden.

in diesem sinne: kopf hoch, ich kenne sie zwar nur flüchtig und geschrieben, aber ich schätze hier art. bitte weitermachen so!