Freitag, November 20, 2009

Reisbekanntschaften - Maenner Spezial - Teil 2

In Vietnam war's schoen. Ein tolles Land. Von Hanoi reiste ich mit dem Bus die Kueste entlang in den Sueden nach Ho Chi Minh City. In netten Staedten liess ich mich unterwegs ein paar Tage nieder.
In einer Stadt traf ich einen Koreaner. Sehr freundlich, etwas zurueckhaltend und aufgeschlossen. Wir liehen uns Fahrraeder und erkundeten die Stadt und gingen am fruehen Abend getrennte Wege - er in sein Hostel, ich in meins - wunderbar!

Am naechsten Tag nahmen wir den gleichen Bus zur naechsten Stadt, die beruehmt ist fuer ihre tollen Straende. Ich sass hinten im Bus, er ganz vorn. Wir fanden ein tolles Hotel. Da ich nur eine Nacht bleiben wollte, teilten wir uns ein grosses Zimmer mit getrennten Betten. Letztendlich macht es auch keinen Unterschied obs ein dormitory oder das ist.

Ein bisschen durch die Stadt gelaufen, Motorbike ausgeliehen und zum Strand gefahren - boeser Fehler. Warum? Genau, weil man am Strand nun mal Strandbekleidung anhat und ich als blonde Europaerin mit weisser Haut wohl einem koreanischen Ideal entspreche.
Aber auch hier war noch alles gut - wenn mal mal von dem vietnamesischen Saeufer absieht, der das Benzin aus dem Motorbike geklaut hat und uns Pruegel androhte, wenn ir nicht fuer die Strandnutzung zahlen.

Nun ja, naechster morgen, Kollege Korea ist bereits wach. Nach drei Saetzen sitzt er auf einer Seite MEINES Doppelbettes. "Aehh nun ja, was soll das jetzt werden?" frage ich ihn.
Er stammelt was zurueck von: "I am trying to hold you."
Ich entgegne so gar nicht gestammelt und sehr laut so etwas zurueck wie: "No, get the f*ck off my bed, now!" Er fluechtet, es ist gerade 6 Uhr morgens, aus dem Zimmer und macht sich auf die Suche nach Fruehstueck.
Spaeter stell ich ihn nochmal zur Rede und er entschuldigt sich tatsaechlich damit, dass er auch nicht so richtig weiss, was los gewesen sei, aber er wohl etwas gebraeucht haette. Meiner scheinbar grenzenlosen Selbstbeherrschung sei Dank, hat er das gerade so ueberlebt.
Es stellt sich heraus, dass er die ganze Nacht kein Auge zugetan hat, nur weil ich im Zimmer war. Creepy. Allein der Gedanke daran macht mir Gaensehaut.

Er uebernimmt die Rechnung fuer das Zimmer und laedt mich ein mit ihm eine nahegelegenen Ruinenstadt zu erkunden. Ich lehne ab und bin froh ihn den ganzen Tag nicht mehr zu sehen. Gegen 6 Uhr abends sitze ich im Bus auf dem Weg in die naechste Stadt. Ich schaue aus dem Fenster die Strasse rauf und runter und als ich mich umdrehe, steht im Gang neben mir Kollege Korea wie aus dem Nichts. Er haette nach mir gesucht, da er wissen wollte ob ich den Helm zum ausgeliehnen Motorbike zurueck gebracht hatte.

Seine anschliessende Freundschafteinladung auf facebook lehnte ich ab!

Kommentare:

MC Winkel hat gesagt…

Aaaaargh! Frau L_u_K:

"Da ich nur eine Nacht bleiben wollte, teilten wir uns ein grosses Zimmer mit getrennten Betten. Letztendlich macht es auch keinen Unterschied obs ein dormitory oder das ist."

So. Doch. Nicht!!

Mal abgesehen davon, dass die Hotel-Tarife in Vietname ohnehin erstaunlich günstig sind: der Typ ist doch auch nur ein Mann! Klar gehört sich sowas nicht, aber meinen Sie nicht, der Typ macht sich vllt. leichte Hoffnung, wenn Sie sich ein HOTELZIMMER TEILEN?!
Also da muss ich wirklich schimpfen! :)

Nächstes Mal wissen Sie Bescheid! :)

(Das mit dem Strandhomie ist allerdings wirklich spooky! Benzin geklaut?! Mit ... dem Mund?)

Anonym hat gesagt…

Der Herr Winkel is doch nur neidisch auf unseren koreanischen Kollegen. ;)

Lenny_und_Karl hat gesagt…

Herr W.: Ok, daddy! Aber glauben Sie mir, da ist nix dabei. Ich hab nun ja nicht wortwoertlich alles wieder gegeben, aber es war klar, dass das nix zu bedeuten hatte. Keine Ahnung, wie er das mit dem Benzin gemacht hat. Vielleicht hat ers auch direkt getrunken, als Alkoholersatz.

@anonym: Meinen Sie? Wenn, dann nur, weil ich so jung bin und im morgens beim Aufstehen helfen kann, weil der Ruecken nicht mehr so mitmacht...

me. hat gesagt…

wie hart, die freundschaftseinladung abzulehnen :-D