Dienstag, November 17, 2009

Reisebekanntschafte - Maenner spezial - Teil 1

Ein Kommentar zu meinen so wunderbaren couchsurfing-Erfahrungen. Das zeigte dann wohl sehr deutlich, dass das nicht das gewuenschte Spezial war.

Maennlich Traveler habe ich ganz viele getroffen. Vor allem viele, die allein reisten, dagegen nur eine handvoll Maedels, die sich allein auf den Weg gemacht hatten. Grundsaetzlich ist Traveler erstmal Traveler und es ist immer spannend die Geschichten anderer zu hoeren.
Auf meinem Weg nach Koh Samui traf ich einen ueber-mittdreissijaehrigen Schweizer. Er war dabei sich einen Vollbart wachsen zu lassen. Trug diese organisch aussehenden weiten und zu kurzen Leinenhosen mit passendem Leinenshirt. Sehr netter Typ, der interessante Sachen ueber seine Reisen erzaehlte und mir anbot mich auf der Nachbarinsel Koh Phangan ein bisschen rumzufuehren, wenn ich dorthin kommen sollte

Sehr nett fand ich das, nicht so nett fand ich, dass er mich ungefragt auf die Wange kuesste, was ich grundsaetzlich unangenehm finde, so ungefragt und mit offensichtlich keinem Interesse meinerseits. Den zweiten Versuch - innerhalb des selben Tages - lehnte ich ab, was er allerdings weniger als Ablehnung auffasste.

Netterweise zeigte er mir eine Woche spaeter tatsaechlich die Insel und half mir ein Motorbike auszuleihen, ich lud ihn dafuer zum Essen ein. Boeser Fehler. Vielleicht ist das ueberraschend, aber ich bin durchaus direkt und sagte frei heraus, dass ich nicht gekuesst oder angefasst werden will. Deutlich, oder?

Nicht fuer einen Schweizer Langzeitreisenden mit Vollbart, der wahrscheinlich schon die Ohren verstopfte, denn er ueberhoerte das. Meine Harre fand er toll, Fotos wollte er gern von mir machen und meine Bitte Komplimente zu unterlassen, da ich mich dabei unwohl fuehlte wurde ebenfalls ignoriert. Ich sagte, dass ich die Fragen nach eigenen Kindern, Zukunftsplanung und sexuellen Erlebnissen nicht beantworten moechte, das es ihn nichts angeht.
Dennoch betatschte er mich am Bein, was mir noch heute einen Schauer ueber den Ruecken laufen laesst.

Nach dem Besuch einer Strandparty (auf der wir auf meinen Wunsch, getrennte Wege gingen) sagte ich aus einem Meter Entfernung "Gute Nacht" worauf er naeher kam fuer eine Umarmung und Wangenkuesse. Ich wiederholte in aller Deutlichkeit wortwoertlich: "Sorry, I don't want to be touched or kissed. Just leave it this way."
Worauf er - voellig ueberraschend aus seiner Welt geholt, bitterboese antwortet: "I feel sorry for you. Then go, be alone, be by your own without connecting to people."

So die Kurzfassung der Geschichte und ich sags jetzt einfach mal so: "Arsch!"

Schwer zu beschreiben, aber der Typ vermittelte mir so ein schlechtes Gefuehl, dass mich selbst die Huette direkt am Meer mit einem Bilderbuchsonnenaufgang nicht aufheitern konnte. Am naechsten Tag packte ich meine Sachen und zog soweit wie es moeglich war auf dieser Insel weg, von soviel anstrengend negativer Energie.

Kommentare:

nodch hat gesagt…

Sollte man, wenn man kein Interesse hat und einen Stalker als Gegenüber, überhaupt gemeinsam Essen gehen und so?

Und überhaupt, warum Englisch mit nem Schweizer reden, dachte immer, egal aus welchem Kanton, ein paar Brocken können sie? ;-)

Babel hat gesagt…

sein komment zum schluss ist ja wirklich sowas von uncalled for!

Lauffrau hat gesagt…

Manchen kann man es leider nicht deutlich genug machen!!!

Ich hoffe auf erfreulichere Geschichten!

Parkster hat gesagt…

"Arsch" finde ich noch recht milde ausgedrückt.

"Dreckeliger Widerling, dessen Testikel sich durch Wurmbefall in schrumpelige Eiterbatzen verwandeln mögen, auf dass er einsieht, dass man holden Damen keine ungewünschten Körperkontakte aufzwingen sollte"... so hätte man auch sagen können.

Lass Dich nicht von solchen Typen runterziehen. Es war klar, dass auf einer monatenlange Reise auch solche Momenten kommen. Aus dem Alltag weißt Du, dass es neben sympathischen Menschen auch Volldeppen gibt. Warum sollte das global anders sein?

Und immer dran denken was Konfuzius gesagt hat:

"Hell Kellnerl, zwei Biel bitte!"
(Zitat Konfuzius, beim Essen im Lokal "Palmblüte")

;)

MC Winkel hat gesagt…

War Emil Chnutz vielleicht vorher gerade in Indien? Klingt irgendwie so...

"Then go, be alone, be by your own without connecting to people."

Das mit dem Conncten hat er irgendwie missverstanden. :)

nina hat gesagt…

ich sags nochmal: arsch!

Herr Schmidt hat gesagt…

Der soll mal in die Blade City kommen, der uselige Fummler. Hier gibt es viele Klingen, die getestet werden müssen.

Ich schließe mich den Commentatores vor mir an: Lassen Sie sich bloß nicht von solchen Typen runterziehen, liebes Fräulein L_u_K.
...und für das nächste Mal: Ein beherzter Tritt zwischen die Beine ist ohne Sprachbarriere klar verständlich. ;-)

kreuzberger hat gesagt…

Manche Menschen sind tatsächlich vollkommen merkbefreit.

Lenny_und_Karl hat gesagt…

Na Herr nodch, Stalker stellen sich ja nicht direkt als solche vor, oder?

Babel: Genau!

Na es es gab ja schon erfreuliche Geschichten ueber nette Reisebekanntschaften, aber auch Teil 2 faellt wohl eher in die merkwuerdige Ecke.

Herr Parkster, in diesem Moment war das schwer, aber mittlerweile ist es nur noch ne gute Geschichte.

Herr W., jetzt sind wir endlich auf einer Wellenlaenge. Natuerlich war Freund Blase vorher in Indien. Sie verstehen mich!

Gern auch noch ein zweites und drittes Mal Frau Nina!

Na Herr Schmidt ich bin einfach zu nett. Ich bin einfach zu nett!

Sie sagen es Herr Kreusberger. Und das Wort "merkbefreit" gefaellt mir ausgezeichnet!