Donnerstag, Dezember 03, 2009

Das Mafia Cafe - Die ersten Tage

Da es ein Selbstbedienungscafe ist, war der Job relativ simpel. Die Leute orderten und bezahlten Getraenke und Essen direkt am Counter. Kaffee mussten sie selbst am Ende des Counters abholen. Fuer warme Gerichte wird ihnen eine Nummer in die Hand gedrueckt, die sie auf den Tisch stellen, an dem sie sitzen.
Die Aufgabe fuer mich und meinen Kollegen Fred war deshalb nur: Essen servieren, Tische abraeumen, hier nach ein bisschen Pfeffer fragen und dort ein paar Servietten vom Boden aufheben.

"Falls du was wissen musst, frag mich einfach", sagte mir Fred, mein Bekannter und nun Kollege aus Thailand. Mit starrem Blick lief er seine runden im Cafe und versuchte mit breitem irischen Akzent einen freundlichen Eindruck auf die Australier zu machen.
Unter einem Tisch krabbelte ein Kleinkind hervor, ich wich gerade noch aus und konnte groessen Schaden vermeiden.
Gerade als ich einen leeren Teller vom Tisch nahm, hoerte ich die Glocke. Eigentlich gedacht, um zu signalisieren, dass das Essen aus der Kueche bereit ist, serviert zu werden. Diesmal aber ersetzt durch eine wild gestukulierende Heidi, die mich zum Tresen bat. "Nimm die Teller nicht von den Tischen, wenn sie noch direkt vor den Leuten stehen", belehrte mich Heidi. Ich nickte und verschwand um die Ecke, wo hinter dem Counter schon ihr Mann Luigi wartete: "Darling, sei so nett und raeum die Teller dort bei den Leuten vom Tisch."

"Ach, auf die brauchst du nicht hoeren, die denken sich jeden Tag was Neues aus", entgegnete Carlos, Barista des Cafes, um die vierzig, Grieche und immer mit lustvollem Blick fuer jede Blondine im Cafe. Ich laechte nur und nickte, ging durch die Reihen und versuchte nicht ueber die Kleinkinder der Muetter zu fallen, die das Cafe bevoelkerten.

"Ich bin dann weg" rief mir Fred im Vorbeigehen zu, als er im Laufschritt das Cafe verliess. Ich winkte ihm hinterher und schrieb nebenbei meine Telefonnummer fuer Carlos auf. "Damit wir dich anrufen koennen, fuer die naechsten Schichten", schob er hinterher.

Am Abend, war ich gerade auf dem Weg das Internetcafe zu verlassen, klingelte das Telefon. "Hey hier ist Carlos, aus dem Cafe. Ich weiss warum Fred heut so schnell gegangen ist. Die sind in sein Hostel eingebrochen. Er musste weg, um zu sehen, was sie geklaut haben. Ich habe den ganzen Tag versucht ihn zu erreichen und all mein Guthaben auf der Karte verbraucht. Ausserdem hatte ich zwei Wochen Urlaub. Kannst du mir vielleicht 100 Dollar leihen?"

Was? So schnell konnte ich gar nicht mitdenken, wie dieser 40jaehrige Grieche mich gerade vollplapperte. Ehe ich einen vernuenftigen Satz zu Stande bekommen hatte, war er auch schon auf dem Weg, um mich kurz in der Stadt zu treffen.

Er war die letzten zwei Wochen - natuerlich unbezahlt - im Urlaub und nun wuerden ihm die Chefs einen Vorschuss verweigern und da ich ja am naechsten Tag bezahlt werden wuerde.... blablabla.
Aus einem mir unklarem Motiv gab ich ihm die 100 Dollar. Er arbeitete ja immer im Cafe, ich wuerde in ja jeden Tag sehen. Sollte also nicht so schwer sein, das Geld in den kommenden Tagen wiederzusehen - DACHTE ICH!!!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Und jetzt kommt der nimma? Das ist ja spannender als ein Krimi.

ICrossMyHeartAndHopeToDie hat gesagt…

Ähm, ich suche immer noch die Mafia bei der Geschichte? Kommt die noch? Wurde wegen den 100 $ in dein/euer Zimmer eingebrochen? Mach's mal nicht so spannend! :oD

MC Winkel hat gesagt…

Sie lassen offensichtlich kein Fettnäpfchen aus, Frau L_u_K!

Hoffentlich kommen Sie nicht völlig desillusioniert zurück. An sich ist die Welt nämlich gut; überall Sonne, Gänseblümchen und Katzenjunge! ;)

Zirkuskind hat gesagt…

Ohhhhh...und dann lässt du uns soo lange auf den nächsten Teil warten.... :)))
Liebe Grüße!!
Zirkuskind

robert hat gesagt…

Mein Gott ist das spannend. Weiter!!!!

:)

Lenny_und_Karl hat gesagt…

@anonym: Die Loesung waere ja zu offensichtlich, oder?

@icrossmyheart: Der Typ Luigi, sieht aus wie ein Mafia Boss, ist aber Grieche. Keine Angst, was da abgeht ist... Naja, lesen sie selbst.

Herr W.: :-) Na da haben sie mir doch das erste Lachen des Tages entlockt und glauben Sie mir, heute haben schon viele Leute erfolglos versucht mich zum laecheln zu bringen.

Nee Zirkuskind. Weil sie es sind, schreib ich gleich den naechsten Teil, ausnahmsweise.

Ja, schon gut Robert, bin doch schon dabei!

Zirkuskind hat gesagt…

Merci!! :))