Samstag, Februar 20, 2010

Ein Kompliment

Maedels jetzt mal ganz unter uns: Eine Weltreise ist das Beste, was dem weiblichen Ego passieren kann. Oder einfach ein Trip nach Asien oder Australien. Ach was solls, sogar in die USA.

Es ist ein bisschen wie ein Lifting, ein bisschen Botox fuer all die Falten, die so manch anderer mit bloeden oder unangebrachten Kommentaren hinterlassen hat.

Lasst euch sagen: Europaerinnen - speziell mit blonden Haaren aber auch generell - sind ein Ideal in Asien. Hier verlaesst du das Haus und jeder schaut dir hinterher. Hier bist du wunderschoen, obwohl du dich neben den winzigen Asiatinnen oft uebergewichtig fuehlst. Hier ist deine grosse Nase (!) wunderschoen - kein Witz!

In Kambodscha wurden meine hollaendische Freundin und ich ausschliesslich mit: "Hello beautiful women", begruesst.

Maenner wechselten die Plaetze, um mir gegenueber zu sitzen und mich besser anstarren zu koennen. Sie bleiben mitten auf ihrem Weg stehen, um zu schauen und bewegen sich nicht mehr, bevor du ausser Sichtweite bist.

Heiratsantraege und Liebesbekundungen werden einfach so im Vorbeigehen oder aus dem Auto laut herausgerufen.

Doch nicht nur in Asien. Auch in Australien und in den USA ist man irgendwie was besonderes. Waehrend ich mich in New York in vielen Momenten voellig underdressed fuehlte, ist mein Begleiter begeistert, dass ich so different bin. Mein Einstellung zu grossen Markennamen oder meine Sicht das Leben zu leben werden - insbesondere von ihm - als erfrischend, attraktiv, interessant und so herrlich anders begruesst.

Allein die Komplimente, die ich in den letzten Wochen bekommen habe, sind mehr, als in den letzten Jahren.

Als da waeren:


You are awesome.

You are astonishing.

You are beyond hot.

You are the definition of awesomeness.

I was into you from the first moment I saw you.

You are so refreshing, I love that.

We agree to disagree that nothing new but I love to argue with you.

Its hard to find a girl like you over here.

Its not about other girls, its about you and I am going to wait for you

You're my cute lil German girl, you got a magical belly.
...

Ernstzunehmen sind natuerlich nicht alle.

Ihr seht: Ich kann mich eigentlich nicht beklagen. Von einigen Idioten mal abgesehen, ist es doch ganz wunderbar zu reisen.
Karneval in Rio habe ich mal aussen vorgelassen. Das ist Ausnahmezustand!!!! Allein sollte man da gar nicht erst unterwegs sein, aber ein Duo von zwei Maedels haette hier die beste Zeit des Leben, versprochen.

Es ist also ueberhaupt nicht noetig das Geld fuer Schoenheitsprodukte oder Kleidung auszugeben, um das Ego zu pushen. Nehmt es und macht eine Reise: Neue Laender, wunderschoene Landschaften, andere Kulturen, unterschiedliche Schoenheitsideale.

Ach es ist ganz wunderbar zu reisen. So erfrischend anders!

Dienstag, Februar 16, 2010

Samba, Samba, Samba

Am Sonntag kam ich mit zwei Stunden Verspaetung in Rio de Janeiro an. Am Flughafen wurde ich von einem Mitarbeiter des Hostels abgeholt und im Hostel wartete schon ein Freund. In hatte ich in Thailand das erste Mal getroffen und ohne Absprache war er zufaellig zur selben Zeit in Rio und auf meine Empfehlung hin sogar im selben Hostel gelandet.
Grossartig.

Sonntag war direkt Karnevaltag. Da die Strasse - der Sambadrome - gesperrt ist, mussten fuer eine teure Karte erstehen, um das Spektakel zu sehen. Von 9 Uhr abends bis 7 Uhr morgens tanzten die Paraden der Sambaschulen ueber die Strasse. Gegen 5 Uhr gaben wir allerdings auf, denn 8 Stunden Samba tanzen waren dann doch genug.

Aussderm finden auf den Strassen staendig spontane Parties statt, kleine Paraden oder einfach nur Musik und Samba.

Wir wagten uns mit einem Einheimischen sogar in ein Vavela, das Ghetto in Brasilien. Zum Glueck ist er dort aufgewachsen und wir waren sicher mit ihm. Auf die Frage, ob wir hier als Touristen tagsueber mal reinschauen koennten, da es ja sicher schien, fing er jedoch nur an zu lachen.

Samba Musik im Hostel den ganzen Tag, Samba Musik auf der Strasse, Samba ueberall. Und ie Brasilianer sind aber auch mal gutaussehend. Um Kontakt muss man sich da gar nicht bemuehen, europaeisch, blond und auf der Strasse entlang zu laufen ist voellig ausreichen. Wie lustig.

Ein paar Fotos als Beweis, dass ich mir das nicht ausgedacht habe. Und ach ja: Hatte ich erwaehnt, dass ich zurueck bin in 35 bis 42 Grad













Samstag, Februar 13, 2010

San Francisco und New York

Ich hatte eine tolle Zeit in San Francisco. Mein Couchsurfing Host Errik war grossartig. Abgesehen davon, dass unsere Leben zu einem Teil parallel zu sein scheinen, hatten wir viel Spass mit ein paar weiteren Couchsurfern, ihre Zeit in San Francisco verbrachten. Wir tanzten die Nacht durch auf Drum'n'Bass Partys und erkundeten die Stadt. Ein toller Start fuer meinen Besuch in den USA.


In New York war ich dann vier Wochen. Zu allererst war es super kalt. Ich hatte eine Winterjacke erstanden und fror dennoch die meiste Zeit. Die Bilder sind nur ein sehr, sehr kleiner Ausschnitt. Vor allem die Kunstmuseen hatten es mir angetan. Das Guggenheim, das Metropolitian und das unglaubliche Museum of Modern Art. Ich habe dutzende Bilder der Kunst dort, denn es war grossartig.
New York ist eine tolle Stadt auch wenn ich in Larchmont eine halbe Stunde mit dem Zug von Great Central weg wohnte. Dafuer war das Haus geraeumig. Nick sorgte dafuer, dass es immer schoen warm war und hatte sogar Suessigkeiten fuer mich im Haus, obwohl er selbst keine isst. Als New Yorker mit mir dann auch noch zur Freiheitsstatue zu fahren, mit all den Touristen um uns herum war ganz grossartig!!!
Meine Zeit hier war spannend, emotional manchmal sehr anstrengend, neu, verwirrend und schoen.
























Samstag, Februar 06, 2010

Das Mafia Cafe

"Morgen", laechelte mich Carlos an, als ich um kurz vor 8 Uhr das Cafe betrete. "Willst du eine Chai-Latte?" Na so freundlich war er selten. Ich sag natuerlich ja und verstaue schnell meine Tasche im Buero. Die Schuerze umgebunden, haelt mich der Koch Nr.1 auf. "Hast du Carlos Geld geliehen", fragt er mich."Ja, hab ich mach ich auch nicht wieder, habs schon gehoert", entgegne ich. Koch Nr. 1 ist der Nachrichtenmelder des Cafes, wenn er was wusste, dann war klar, dass das komplette Personal Bescheid wusste.
"Leih ihm niemals Geld, das siehst du nie wieder. Er verspielt es und ..." brach er mitten im Satz ab. "Und was fragte ich?", als die Kuechenhilfe hereinkam und unsere Unterhaltung unterbrach.

Ich richtete meine Schuerze und wusch meine Haende als Gigi der Kuechenhelfer an mir vorbeilief. "Carlos hat dich nach Geld gefragt?", schaute er mich unglaeubig an. "Ja, ich weiss", erwiderte ich langsam genervt.
"Gib ihm nicht mal einen Cent. Ich habe ihm 500 Dollar geliehen und habe sie noch nicht wieder. Das ist jetzt 3 Monate her."
Merkwuerdig, dass eine Kuechenhilfe mal eben so 500 Dollar verleihen konnte und dass sich niemand darueber aufregte, dass er sie noch nicht wiederbekommen hatte.

Am Ende des Tages war zu gut wie jeder Mitarbeiter des Cafes nicht nur ueber die Situation informiert, sondern hatte es auch geschafft mich zur Seite zur nehmen und mir ins Gewissen zu reden. "Ich spreche jetzt mit dir als Mutter" sagte Heidi, Frau des Besitzers, zu mir in einem ernsten Ton. "Du darfst Leuten nicht so vertrauen. Carlos fragt staendig nach Geld und Gott weiss, was er damit macht."

Die naechsten Tag gingen dahin. Carlos versicherte mir, dass ich das Geld wiedersehen wuerde, hatte aber immer ein Ausrede, warum er es noch nicht hatte.

Nach zwei Wochen kam Fred auf mich zu. "Gestern an deinem freien Tag haben Heidi und Luigi mit Carlos gesprochen. Ziemlich hitzige Diskussion auf Griechisch. Sie waren ziemlich sauer, dass er sich von dir Geld geliehen hat."

Doch die Diskussion zeigte sich erfolgreich. Es war Dienstag und damit Zahltag. Gluecklicherweise wurden wir alle cash bezahlt. Waehrend ich neben Carlos stand, gab Heidi ihm ein paar hundert Dollar. Nun konnte er sich nicht mehr herausreden.
Ich schaute ihn fragend an und er drueckte mir meine 100 Dollar in die Hand, laechelte und sagte, wir sollten mal zusammen Pizza essen gehen. So als Team. Oder vielleicht mal alles ausgehen.

Besser nicht, dachte ich mir und fand spaeter auch heraus warum...