Montag, Oktober 30, 2006

Das Stöckchen-Ding

Da der Raphael M. und auch schon der Herr Kreuzberger Stöckchen in meine Richtung werfen, werde ich nicht länger ausweichen, sondern sie fangen und beantworten. Diverse andere habens auch schon getan. Also auf, auf, ans 5 Dinge Stöckchen.

5 Dinge, die ich nicht habe, aber gerne hätte:
1. Einen Waschbrettbauch (noch nicht)
2. Knusperflocken, Haloren-Kugeln, Filinchen, Bambina-Schokolade
3. einen festen Wohnsitz
4. Fähigkeit Gedanken lesen zu können
5. Eine Hausratte

5 Dinge, die ich habe, aber lieber nicht hätte:
1. Eine Nana Mouskouri CD
2. Fußballerwaden (aktuell mit blauen Flecken)
3. eine unstillbare Gier nach Süßigkeiten
4. Einen Hang zum Chaos
5. wenig Schlaf

5 Dinge, die ich nicht habe und auch nicht haben möchte:
1. Ahnung von Diskofox
2. Haarausfall
3. Schlagermusik (Ole weiß, was sie mit Blättern macht)
4. Eine Katze
5. Eine Antwort auf alles

5 Dinge die ich habe, auf die ich nicht verzichten möchte:
1. Eine Zonenkindheit
2. Lange, lange Haare
3. Einen guten Kontakt zu einer Schokoladenfabrik
4. Ein verrostetes Fahrrad, das keiner klaut
5. Sarkasmus und Schlagfertigkeit

So wer mag nehme das Stöcken auf, aber Melli, der SirParker, PePe, der Herr aus Metropolis und die Frau, die erkältet ist sollten sich doch daran versuchen, falls sie es nicht schon getanhaben. Alle anderen sind auch dazu eingeladen.

Freitag, Oktober 27, 2006

Die Lösung

"Jetzt weiß ich es", mit einem Lächeln und zusammengekniffenen Augen steht Bassman im LennyundKarls Türrahmen. "Ich weiß jetzt, was passieren muss, damit es keinen Krieg mehr gibt" Bassman triumphiert.
"Was denn?" völlig erstaunt dreht sich LennyundKarl um. Herausgerissen aus ihren Gedanken. "Außerirdische! Außerirdische müssen auf die Erde kommen." Bassman verschränkt die Arme und sieht LennyundKarl an.
"Und was soll dann passieren?"
"Na das ist doch ganz logisch", Bassman wirft sich in Pose und erklärt, dass die Menscheit, sich dann zusammengehörig fühlen wird. "Wie jetzt? LennyundKarl rutscht unruhig auf ihrem Stuhl hin und her. Überzeugt erklärt Bassman: "Wir werden erkennen, dass es mehr Rassen gibt. Wir sind die Rasse Mensch und schwups, sind die Unterschiede unter den Menschen nicht mehr so wichtig." Zufrieden mit seiner Logik dreht sich Bassman um.
"Aber was ist wenn diese Außerirdischen feindselig sind?" LennyundKarl ist verwirrt. Mmmhh. Bassman denkt einen Moment drüber nach und erklärt sofort gelassen. "Dann vereinigen wir uns gegen ein gemeinsames Feindbild." Mit seiner Antwort zufrieden, dreht er sich um und machte einen Schritt in Richtung Küche. Den Fuß noch in der Luft, wendet er sich wieder schlagartig um. Gelassen sieht er Lenny_und_Karl an, die er etwas zersaust auf ihrem Stuhl zurückgelassen hat. "Wenn die zu uns kommen, dann ist ihre Technologie viel besser als unsere. Da können wir dann nix ausrichten und werden wahrscheinlich vernichtet." Stille. Draußen verzieht sich die Sonne hinter eine dicke Wattewolke. "Frieden ist dann aber auch" denkt LennyundKarl leise und laut nach. "Zwar keine weitere Existenz der Menschheit, aber auch kein Krieg mehr auf der Erde." Praktisch.
Ein irres Grinses breites sich auf Bassmans Gesicht aus. "Genau. Vielleicht kommen ja so Assi-Außerirdische "Ey geile Erde,oder was?" Gehört jetzt mir, hörst du!" Bassman verschwindet in sein Zimmer und probiert - mit Mikro und Verstärker- schon mal mögliche Stimmvarianten der Außerirdischen aus.

Montag, Oktober 23, 2006

Fieses Laub

Auch wenn Ole ihn gerade lobt, schiebe ich im Moment eher einen kleinen Hassfilm auf den Herbst oder besser auf sein fieses, ach so leuchtendes Laub.

Es ist dunkel und es nieselt. Ich husche zu meinem Rad und warte vor der Ampel ordnungsgemäß auf Grün. Das Männchen wechselt die Farbe.
Runter vom abgesenkten Bordstein und den Lenker leicht nach rechts ziehend um auf den richtigen Pfad zu kommen.
Böser Fehler.
Vor dem Bordstein sammelt sich, gerade im Herbst, unerhört viel Laub, das feucht vor sich hindümpelt.
Der Schlenker nach rechts ist zuviel. Der Druck auf den Reifen verlagert sich leicht, der Untergrund bietet keinen Halt.
Ruuummms!
Quasi noch auf dem Fahrrad sitzend, knallt mit einem dumpfen Prall die rechte Schulter auf dem Boden. Auch Kopf und Beine begrüßen ungewollt hart den Boden. Verdammt!

Zum Glück ist nix passiert. Leichter Kopfschmerz, ein mehr als faustgroßer, blauer Fleck am Oberschenkel, die Schulter schmerzt, Laub im Haar, Klamotten versaut.
Dieses fiese Laub. Erst so glitschig, dass es dich tückisch in die falsche Richtung leitet, um dann hämisch den Aufprall auch noch abzufedern.

Freitag, Oktober 20, 2006

Nur zu Besuch

Immer wenn ich dich besuch, fühl ich mich grenzenlos.
Alles andre ist von hier aus soweit weg.
Ich mag die Ruhe die hier, zwischen alle den Bäumen
als ob es den Frieden auf Erden wirklich gibt.

Es ist ein schöner Weg, der unauffällig zu dir führt
Ja ich hab ihn gern, weil er so hell und freundlich wirkt.
Ich habe Blumen mit, weiß nicht ob du sie magst.
Damals hättest du dich wahrscheinlich sehr gefreut
Wenn sie dir nicht gefalln, stör dich nicht weiter dran.
Sie werden ganz bestimmt bald wieder weggeräumt.
Wie es mir geht, die Frage stellst du jedesmal.
Ich bin ok will nicht, dass du dir Sorgen machst.
Und so red ich mit dir wie immer, so als ob es wie früher wär,
so als hätten wir jede Menge Zeit.
Ich spür dich ganz nah hier bei mir, kann deine Stimme im Wind hörn
und wenn es regent weiß ich dass du manchmal weinst,
bis die Sonne scheint, bis sie wieder scheint.

Ich soll dich grüßen von den andern.
Sie denken alle noch ganz oft an dich.
Und dein Garten, es geht ihm wirklich gut,
obwohl man merkt, dass du ihm doch sehr fehlst.

Und es kommt immer noch Post ganz fett adressiert an dich
Obwohl doch jeder weiß, dass du weggezogen bist.

Und so red ich mit dir wie immer und ich verspreche dir:
Wir haben irgendwann wieder jede Menge Zeit.
Dann werden wir uns wieder sehn, du kanst dich ja kümmern wenn du willst,
dass die Sonne an diesemTag auch auf mein Grab scheint.
Dass die Sonne scheint, dass sie wieder scheint.

In Memory. Martin 1982 - September 2001

-Songtext: Die Toten Hosen-

Dienstag, Oktober 17, 2006

Vertraute Entdeckungstour

Warm kitzeln die Sonnenstrahlen auf dem Gesicht, kühl weht der Wind. Leicht und beschwingt. Lange ist es her, sie hat sich verändert und dennoch ist sie so wie immer. Die Heimat, der Fleck der so so lange diesen Titel für sich beanspruchte. Schön ist es hier. Die besonderen, schönen Ecken fallen ins Auge. Der Blick schweift über die Goitzsche. Funkelnd die Wasseroberfläche, glitzernd wie abertausende Diamenten die hyptnotisierend hin und her schaukeln. Am Ende des schwimmenden Ponton erhebt er sich stolz und graziös. Der Pegelturm als Art schwimmende Doppelhelix Ganz oben bietet er einen schier endlosen Blick über die zum Teil künstlich geschaffenen Landschaft, die soviel Schönheit zeigt,friedlich, beruhigend wirk tund schon Heldin und Retterin in einem anderen Naturschauspiel war.

Eine Treppe aus Stein. Weit, weit nach oben führt sie. Plötzlich und inmitten der Bäume taucht sie auf. Sie mündet in einen Pfad umgeben von Wald, der nicht verrät, wo er sich befindet. Raschelnd die Blätter, die störende Geräusche schlucken, wie Fremdkörper.

Plötzlich biegt sich der Pfad. Das Geäst teilt und eröffnet den Blick auf sein Geheimnis auf einer Lichtung. Bitterfelder Bogen wird die Konstruktion genannt. Ein Schnitt ein Bruch zwischen Natur und kalter, aus Stahl geformter Architektur. Materialistisch ein Eindringling und doch geschwungen und elgegant und somit Teil seiner Umgebung. Sein Zweck jedoch, offenbart sich erst vollends bei der Begehung. Schritt für Schritt bis zum höchsten Punkt. Land und Stadt sind bekannt. Doch von hier wirkt es unbekannt und fremd. Eine neue Perspektive die neue Einsicht bringt, die zeigt, wie der Sinn das Vertraute so ungewohnt erscheinen lassen kann. Es ist windstill und dennoch vibriert das Gebilde, nicht offensichtlich sondern in sich. Unheimlich und doch faszinierend. Dieser gleichmäßige starke Rhythmus haucht dem harten, grauen Stahl leben ein, passt ihn der naturalen Umgebung an.

Diesen Ort verlassend zieht es die Seele noch an einen anderen. Der See, der sich hinter dem Dorf erstreckt. Leise weht der Wind. Auf der Luft schwirren leise Stimmen. Blass lachend erzählen sie von heißen Sommern, lauen Nachmittagen, schweißtreibenden Laufrunden rund um ihn herum. Viel schöner als in der Erinnerung erscheint er, während die laue Nachmittagssonne ins kühlen Nass taucht. Ein wohliges Gefühl. Eines von Vertrautheit. Und doch auch eines, das einen Hauch von Abstand und Neuem in sich trägt.


Sonntag, Oktober 08, 2006

Happy Family

Es gab doch einen Grund. Ich bin sicher, was war das noch gleich. Es war ein ziemlich gewichtiger Grund.
Ah ja, jetzt fällt es mir wieder ein. Nach Monaten das erste Mal wieder in der Heimat. Eltern und Geschwister besuchen. Und da fällt es mir wieder ein. Es gab einen Grund, warum ich der guten Familie nichts von meinem Block erzählt habe. Leider habe ich die Adresse nicht aus dem Abbinder der E-Mail gelöscht. Ergebnis: die liebe Verwandschaft klickt auf Seiten, die ihr vorher im Traum nicht eingefallen wären.

"Du, was ist denn ein Blog?" "Aha, naja so was brauchen wir nicht."

Ja, ist klar. Deshalb analysieren sie auch erstmal meine Texte, bewerten und urteilen, dass ich dies und jenes doch nicht hätte schreiben müssen.

"Das macht man doch nicht." "So etwas schreibt man nicht."

Lieber nichts über mich schreiben, keine Fotos von mir, meine Meinung kann ja auch nicht so wichtig sein und zuviel Ironie muss auch nicht sein.
Aber was bleibt dann noch?

"Ja, eigentlich nix" lautet die Antwort. "Haben wir doch gesagt, so ein Blog, den brauchen wir nicht."

Sonntag, Oktober 01, 2006

Nicht mehr lang...

... und ich bin ein Vierteljahrhundert auf dieser Welt. Anscheinend denken alle, dass ich damit nicht nur eine zeitliche, sondern eine weitere Grenze überschreiten werde.
Ahnungslos surfe ich durchs Netz. Pop, Pop, Pop geht es immer wieder.
Werbung in Pop Up's macht mich vermeitlich auf Sachen aufmerksam, die ich brauchen kann. Die Texte die ich darin lese: "Finden sie ihr Wohlfühlgewicht." "Auch sie können schlank sein."
Huch?

Aber es geht weiter. Die letzte Unterwäsche, die ich geschenkt bekam: Größe L. Man(n) dachte wohl, ich würde in das gute Stück passen. Pah!

Letztens vor dem Briefkasten: Endlich wieder mal schön gefüllt. Darunter ein hübsch bunter Katalog. Ich blätterte ihn erfreut durch. Ok, etwas verwundert war ich schon, über die wenig körperbetonte Kleidung. Ein Blick auf den Titel veriet mir dann die Firma, die mich beglückt hatte: "Happy Size."
Alle scheinen zu sagen: "Join the Club" Oder zu denken, dass ich schon Mitglied bin. Ich bin frustriert.