Freitag, März 28, 2008

Trügerische Idylle

Alles ist super. Die Umgebung nimmt schon wohnliche Formen an, sportlich gehts bergauf und auch ansosnten läuft es irgendwie ganz gut.
Da werden ein paar Pläne für die kommenden Wochen gemacht und eigentlich läuft alles, wie es soll.
Denkste! Diese Sicherheit ist immer trügerisch.
Da ist alles gut.
Schnell nochmal aufs Klo bevor es vom Büro aus direkt weiter geht.

Und schon ist es passiert. Das Handy - knapp ein halbes Jahr alt - ist einsam. Aus dem Übermut der Isolation heraus, beschließt es neue Freundschaften zu schließen.
Ausgerechnet mit Wasser.
Jetzt weiß es auch, dass das nicht gerade ne Weltidee war.
Vibrieren kann es noch ganz toll, aber alle anderen Funktionen wurden wohl auf Null runtergefarhen.
SUPERTOLL!
Ich brauch ein neues Telefon, der Vertrag läuft noch 1,5 Jahre. Ich könnt....... - aber im Strahl ehrlich.

Mit dieser Wortwahl ist dann auch das Niveau unten. Was solls.
Hat jemand Tipps und Tricks mich? Oder moralische Unterstützung.
Mitleid tuts fürs erste auch.

Mittwoch, März 19, 2008

Leben im Vorbeigehen

Die Sonne hatte sich bereits verzogen und der Wind pfiff kalt über den leeren Bahnsteig. Hüpfend treibt er das silberne Kaugummipapier vor sich her.

"Hihalayayayeha", wirr und spitz singt ein Jugendlicher vor sich hin. Dabei tanzt er auf den Zehenspitzen nah an der Bahnsteigkante. Dumpf raschelt seine sackartige Hose mit himmelblauem Tarnmuster. Die tarnfarbene Jacke versucht mit quietschen Reißverschlüssen dagegen zu halten.

Mit irrem Lächeln tänzelt er um seine Freundin mit Namen "Schaaaatz" herum. Diese kuschelt sich in ihre Jacke. Eine weiße, fette, sehr grob gesteppte Plastikjacke, die zeigt, dass ihr Geschmack noch weit unter dem Tiefpreis des Kleidungsstückes liegt.

"Die Schuschu-Bahn, da kommt die Schuschu-Bahn", schreit der irre Halbling.
Also, wenn der keine Drogen genommen hat, ist die Reeperbahn demnächst neues Papst-Domizil.

Gleich daneben zwei Alt-Punker. Im Gesicht des einen scheint jeder einzelne Drogen- und Alkoholexzess eine Narbe, Pore oder Falte hinterlassen zu haben. Sein Gesicht erzählt von tausenden harten Tagen seines Lebens. Die Klamotten heruntergekommen. Sein verlebter Kumpel hingegen versucht mit Nieten, Buttons und dreckigen Aufnähern den Schein des Punk-Stils zu wahren.

"Psyscho..., Pschy..., psychologisch brauchst du mir nix erzählen", tönt er laut. "Da kenne ich mich aus, weiß ich Bescheid. Du versucht immer deine Leiden auf.. ." Die quietschenden Bremsen der einfahrenden U-Bahn schlucken gnädig die weiteren Gedankenfragmente.

Der Drogentyp mit billiger Freundin verschwindet ganz hinten im Abteil. Ein debiles Grinsen im Gesicht.

Die alten Punker, die ihre beste Zeit nie erlebt haben, setzten sich ans Ende des Abteils. "... Arschloch, Blödmann, (...) dann hab ich (...) und dann hatten wir erstmal ein Gespräch zu dritt, so geht das nicht." Das Ausblenden dieser Konversation funktioniert einfach nicht.

"Aber weißt du was, ich schenk dir was", sagt er plötzlich etwas zu laut, zu seinem Kumpel. Die Nieten an der zerfledderten Jacke knacken, tief gräbt er in seinen Taschen. Ungeduldigt winkt er mit der Hand: "Los, los gib mir mal deinen Schlüssel. Ich schenk dir was."

Lautes Geklapper, ein paar gemurmelte Flüche. "Also falls dir das überhaupt noch was bedeutet?!"Stolz hält er nach wenigen Minuten den Schlüssel hoch. "Da! Dann hast du auch was von mir!"
Der kaputte, alte Punk lässt den Schlüssel in die Hände seines Kumpels fallen.

Daran hängt ein kleiner braun-weißer Stoffbär, der eher aussieht wie ein Hund. Er ist makellos sauber und leuchtet im Licht.

Donnerstag, März 13, 2008

Elektrisierender Soundtrack

Während einer Zugfahrt viel mir kürzlich das Magazin DE:BUG in die Hände. Muss man, glaub ich, nicht kennen. Interessant war aber eines der elektronischen Geräte die darin vorgestellt wurde.
Foto:Spiegel.de


Der Taser C2.




Das in verschiedenen Farben erhältliche Gerät ist eine Elektroschockgerät und einem 1GB großen mp3-Player.

Passenderweise heißt es im dazugehörigen Artikel: "Bedienugs-Grobmotoriker sind vor falschen Knopfdrücken durch einen versteckten Auslöser geschützt. Wäre auch zu peinlich, wenn man bei der Tracksuche im mp3-Player versehentlich vorbeilaufende Dritte zu Fall brächte."

Bei einer Reichweite von 4,5m durchaus möglich.

Einige Fragen haben ich dennoch zu der - meiner Meinung nach - unfassbar unnützen und unpraktischen Kombination. (Mal davon abgesehen, dass das Ding lebensgefährlich ist, glaubt man den 200 Todesfällen, die Amnesty International laut Spiegel-Online schon dokumentiert hat).

Wer trägt dieses riesen Ding in der Tasche rum, um daran die Kopfhörer anzuschließen?

Wie verhält es sich hier eigentlich mit dem Stromfluss, also für den Player? Getrennte Stromkreise? Es wäre nicht nur peinlich, wenn dem Player der Saft ausgeht und damit auch die Voltzahl des Schockeffektes auf Null sinkt.

Aber am wichtigsten: Was ist wohl der richtige Soundtrack für einen dieser Schockmomente?

"Na die Filmusik des weißen Hais!", ruft die Kollegin. "Wenn Alarm ist, dann Alarm-Musik."

Ist das einstellbar? Wechselt die Musik dann automatisch zum gewünschten Alarm-Track? Möglicherweise werden gefährliche Menschen schon über ein Frühwarnsystem erkannt und mit Alarm-Musik belegt? Ganz automatisch, wahlweise auch über Lautsprecher, um sie zu vertreiben, so wie die nervigen Jugendlichen mich mit ihren Handys auf Ghettoblaster-Lautstärke vertreiben?

Oder vielleicht doch lieber "U2" mit "Beautiful Day"? Mitpfeifen und rhytmisches Mitzucken wären da durchaus drin.
Nahezu unendliche Möglichkeiten, wenn ich es recht überlege.

Ach, in Deutschland ist das Ding verboten... naja ich hab ja bereits einen MP3-Player.

Montag, März 03, 2008

Fly away

Frau Lenny_und_Karl hat Fernweh.
Deshalb hat sie sich mal umgeschaut, was man so dagegen tun kann. Dabei ist sie durch eine gute Freundin auf ein wunderbares Ticket gestoßen.
39.000 Flugmeilen für knapp über 2000€.

Die Idee war bisher folgende: Frau Lenny_und_Karl wollte mit einer Freundin zusammen eine kleine Weltreise machen. So vier bis sechs Monate, verschiedene Länder, alle angucken.

Leider ist diese Freundin nun abgesprungen. Was nun?

Deshalb sucht Frau Lenny_und_Karl jetzt jemanden, der mit ihr Ende März, Anfang 2009 mitreisen will. Na, wer hat zu dem Zeitpunkt noch nix vor? Ein Jahr Planung sollte doch ausreichen.