Dienstag, Juni 30, 2009

Fragen ueber Fragen

Ein kurze Hong Kong Zusammenfassung ohne euch mit touristischen Details zu nerven:

  • Laengste Rolltreppe der Welt gesehen und befahren. Allein der Weg die Stufen wieder herunter dauerte 25 Minuten
  • Mit der Tram den Berg auf Hong Kong Island hinauf und dann den Blick ueber das naechtlich erleuchtete Hong Kong genossen. Atemberaubend!
  • Avenue of Stars mit der beliebten Bruce Lee Statue
  • Museum of Arts
  • Lobster Ball an einem Strassenstand gegessen und ueberlebt
  • Zwei Naechte in einem Zimmer ohne Fenster oder Tageslicht
  • Die dreckigsten Toiletten hat auch hier: Mc Donald - das erste Mal, dass ich die Desinfektionstuecher wirklich brauchte
  • Die Kollegen im Hong Konger Buero haben wirklich wenig, wenig Platz.
Eine Zusammenfassung in Bildern gibt es dann die Tage hoffentlich. Ansonsten frage ich mich folgendes:
  1. Alles wird hier desinfiziert. Ich habe mir mit nicht-desinfizierten Haenden ins Gesicht gefasst: Welche genau sind die Symptome von Schweinegrippe?
  2. Wenn ich mit Desinfektionsmittel die Haende wasche, aber das Wasser keine gute Qualitaet hat, sind sie dann wieder schmutzig?
  3. Wie soll ich ungewaschenes Obst waschen, wenn das Wasser aus dem Hahn nicht verzehrt werden darf?
  4. Darf man Desinfektionsmittel schlucken?
  5. Was passiert nachdem ich mit dem Dreckswasser die Zaehne geputzt und den Mund gespuelt habe?
  6. Warum sehe ich hier (Hong Kong) nur Europaeer, Amerikaner etc. mit asisatischen Frauen und nicht umgekehrt?
  7. Stimmt es, was man ueber asiatische Maenner sagt?
  8. Falls ja, hat sich 6. dann erledigt?
  9. Will ich wirklich wissen von wem das tiefschwarzw ca. 4 cm lange Haar an meinem Hostel-Handtuch stammt?
  10. Und warum ist es unmoeglich ein Essen zu finden, das nicht pork, chicken, beaf oder fish enthaelt?

Samstag, Juni 27, 2009

Welcome to Hong Kong

Auf die Stunden geschaut war ich ewig unterwegs. Nehme ich den Flug von Hamburg nach London dazu, waren es rund 13,5 Stunden reine Flugzeit. Seltsamerweise fand ich es nicht sehr anstrengend. Die New Zealand Airline hat wirklich sehr bequeme Sitze, sowie kuschlige Decken und Kissen. Meine liebe Frau im Reisebuero hat mir ausserdem immer einen Fensterplatz reserviert.

Die Familie war zur Verabschiedung am Flughafen und ganz traurig. Muessen sie aber nicht. "Das ist wie Deutschland, nur weiter weg", habe ich versucht meine Mutter zu beruhigen. Ob es geklappt hat, bin ich nicht sicher.

Der erste Flug nach London\Heathrow hatte direkt 45 Minuten Verspaetung. Das machte es nicht einfacher auf diesem riesigen Flughafen innerhalb von 15 Minuten meinen Anschlussflug zu finden.

Doch wer meint, dass Heathrow schon riesig ist, dem kann ich jetzt nur sagen: Welcome to Hongkong! Um zur Gepaeckausgabe zu kommen, musste ich nicht nur ewig laufen, sondern auch einen Zug nehmen, der mich unterirdisch in die Naehe der Gepaeckausgabe brachte. Schlappe 10 Euro dann fuer den Zug Richtung Innenstadt, Hostel fast problemlos gefunden.

Noch bin ich der Versuchung nicht erlegen eine Michael Jackson-Gedaechtnis-Gesichtsmaske zu tragen. Hier ist das aber sehr schick - Schweinegrippe und so. Vielleicht ueberleg ich es mir noch, denn in meinem Zimmer riecht es, als ob das Grippeschwein gerade gekocht wird - mit Haut und Haaren.

Den Blick aus meinen Fenster kann ich grad nicht hochladen, sitz in einem Cafe mit Internetanschluss(aber ohne USB-Anschluss) und Klimaanlage. Deshalb bin ich hier auch gleich wieder raus. Da hier jedes noch so schaebige Auto oder Haus eine auf "superkalt" gestellte Klimaanlage hat, bin ich morgen bestimmt krank, aber dankbar ueber den tollen grossen Schal, den meine Schwester mir geliehen hat.

Freitag, Juni 26, 2009

Final Countdown

Heute um 18:05 Uhr geht es endlich los. Von Hamburg über London nach Hongkong. Auf meiner Flugliste steht eine Ankunft um 16:20 Uhr am 27.06. Ortszeit nehme ich einfach mal an.

Das Zimmer ist immer noch nicht leer. Dafür sind bereits alle Schränke ausgeräumt und beim Tragen der schwersten Kiste, habe ich mir diverse Läsionen an Armen und Fingern zugezogen. Danke nochmal für all die Musikhinweise, denen ich auf Grund der knappen Zeit dann nur noch bedingt nachgehen konnte, die geschickte Musik und die Wünsche.

In jedem Fall gibt es seit ein paar Wochen einen Song, der aus verschiedenen Gründen zu meinem Reisesong geworden ist - jedenfalls für den Start. Wer den hört, kann sich also sicher sein, dass ich diesen ebenfalls im Flugzeug dabei haben werde.

So bevor ich jetzt komische Dinge schreibe, schreib ich lieber mal: Wir lesen uns demnächst aus Hongkong! Wird schon!
Und jetzt Ruhe und Musik hören (ignoriert das schlimme Video - die Songversion gefällt mir nur am Besten):

Donnerstag, Juni 25, 2009

Anrufe und Reisemusik

Heute bin ich dabei die ipod-Leihgabe mit Musik zu bespielen. Ich brauche gaaaaanz viel Reisemusik. Folgende Bands sind bereits mit mir unterwegs.:

AFI
Anberlin
All that Remains
Angelika Express
Anna Ternheim
A Static Lullaby
Biffy Clyro
Bon Iver
City and Colour
Dance Gavin Dance
Death Cab for Cutie
Depeche Mode
Distemper
Emarosa
From Autumn To Ashes
Fury in the Slaughterhouse
House (Disco Dice, Boris Dlugosch, Ministry of Sound)
Jamiroquai
Kanye West
Kick Joneses
Kings of convenience
Lily Electric
Maritime
Metronomy
MGMT
Neimo
One fine day
Rocky Votolato
Talib Kweli
The pains of being pure at heart
The Shins
The Stout
The Whitest Boy Alive
Sophie Zelmani
Sportfreunde Stiller
Still Remains
Super 700
Sutton Hoo

Noch Vorschläge? Musik, die ich unbedingt mitnehmen sollte oder die ihr mir noch unbedingt schicken wollt? Dann her damit!

Morgen Abend um 18:05 Uhr gehts schon los. Krass. So richtig glauben kann ich das noch nicht. Die Schränke sind aber schon leer, die Kisten müssen noch in den Keller. Den Rucksack habe ich probeweise gepackt - ist noch Platz.
Morgen dann letzte Besorgungen und Telefonate.
Also: RUFT an und sagt: Schüss!!!

Mittwoch, Juni 24, 2009

Ich packe meinen Koffer äh Rucksack...

Einige Kisten sind schon gepackt. Aber irgendwie ist noch lange nicht alles verstaut. Dieses ewige Kleinzeug, das noch nie einen Platz hatte und viel zu klein ist. Ach diese miese Kleinzeug, was hier überall rumliegt...

Jedenfalls muss ich morgen wohl mal richtig anpacken, um das Zeug endlich aus den Schränken zu bekommen. Gleichzeitig muss ich mir überlegen, was denn nun alles mit soll, deshalb mal eine grobe Packliste:

5 Shirts
4 Hosen
BENCH-Jacke und Kapuzenjacke
3 Langarmshirts
Bikini
Strandkleid
Socken
Unterwäsche
2 Paar Turnschuhe
1 Paar FlipFlops (alte, in Asien gibts dann neue)
aufblasbares Nackenkissen
ipod (eine elde Spende des Lieblingsschwagers - leider muss ich noch 80GB meiner Musik aufspielen)
Netzstecker für diverse Länder
Schlafsack-Inlett
Kosmetikartikel (Duschgel, Haarwäsche, Baby-Öl, Sonnenmilch, Lippenstift etc.)
Reisehandtücher
Rucksack-Regenschutz
Moskitospray
Pfefferspray
2 kl. Schlösser
Reisepass (Dokumente wie Krankenversicherung, VISA-Bankkarten - auch als Scan)
wasserdichte Dokumententasche
Taschenlampe
Taschenmesser
Desinfektionsmittel
neues jungfräuliches Reisetagebuch
Kamera (mit Ersatzakku und diversen Speicherkarten - alles nur Dank Herrn W.)

Abgesehen von Kleinzeug wie Feuerzeug, Frauendinge, Nagelpfeile, Reiseführer, Zahnbürste etc.) HABE ICH WAS ESSENZIELLES VERGESSEN?

Dienstag, Juni 23, 2009

Ich bin dann mal weg...

Vor der Abreise stand ein letzter Besuch in meiner Studienstadt an. Viele Jahre hatte ich hier verbracht. Die letzten anderthalb Jahre fast jedes Wochenende - zum einen um dem Nebenjob nachzugehen zum anderen, um Freund/Freunde zu treffen.

Also ein letztes Mal Gast in der WG. Ein letztes Mal Schorsch's Bett kuscheln, dass er immer für mich räumt, wenn ich zu Gast bin. Als Abschiedsgeschenk brachte ich der WG das gelbe Monopoly-Spiel in der Spongebob Schwammkopf-Version mit. Riesenfreude und ein Ausprobieren am selben Abend. Schlumpfine und Keller-Mädchen kreischten laut, freuten sich über meinen Besuch und bereiteten mir - wie immer - einen tollen Empfang und einen warmen Abschied. Das war so nett, das weiß ich immer zu schätzen und ich nehm euch beide ein Stück mit auf meine Reise.

Der beste, der gastfreundlichste, der lustigste und durchgeknallteste Schorsch. So viel Dank für dein Bett, das mir immer zur Verfügung stand. Ein Freund, wie ein Bruder, bist du tief in meinem Herzen. All den Quatsch, Unsinn, die Verrücktheit, das Gequatsche sind so wunderbar abegefahrene Erinnerungen.

Ein letztes Mal war ich auch arbeiten im alten Club, traf Bekannte und Arbeitskollegen. Natürlich auch Freunde abseits der WG.

Plaudereien, Gedanken und Wünsche bei einem Kaffee in der Sonne. Diese inspirierende, kreative Gesellschaft ist mir immer wieder ein große Freude, lustiger Poetry-Slammer.

Wohlfühlen, Austausch und und Schokoladen-Tee mit Chilli in der Küche. Von Bea nehme ich die Erinnerung an das Lachen mit.

Eine Freundschaft die gewachsen ist und ihre Stärke und Tiefe in einem wunderbaren Austausch bis tief in die Nacht fand - inklusive Döneressen morgens um vier. Verständnis, zum Teil wortlos, auf beiden Seiten bis hin zu den spätmorgendlichen Sonnenstrahlen, die uns wachkitzelten. Vielen Dank Super B.! Das war eine ganz wunderbare Art sich zu verabschieden. Ich habe mich geborgen und zuhause gefühlt. Eine Ruhe und Ausgeglichenheit, die zugleich ein Stück Vorfreude hinterließ, genau dies hier immer wiederzufinden.

Abseits der Studienstadt traf ich noch eine Freundin, die ich viel zu selten sehe. Unser Treffen mit langem Geplauder über das Leben zeigt mir aber, wie gut wir uns doch verstehen. Helly ist toll und sicher selbst noch dabei einige Abenteuer zu bestehen.

Nicht zu vergessen die liebe Schulfreundin. Bei (ACHTUNG!!! sowas wie eine Premiere) rosé Sekt mit frischen Erdbeeren, verriet sie mir kleine Geheimnisse. Ein Gespräch unter erwachsen gewordenen Schulkindern, dass einfach die Normalität und das Extraordinäre in sich verband. Ich bin gespannt, wie das Leben für dich läuft in dieser Zeit und freue mich auch weit weg über jede Neuigkeit (ohne Kopfschmerzen am nächsten Tag).

Diese Treffen, die nicht die Reise thematisierten, sondern ungezwungen und selbstverständlich die Freundschaft zelebrierten, sind doch immer die besten. Das war ganz ehrlich, ganz wunderbar!

Sonntag, Juni 21, 2009

Abschiedsbesuch in der Heimat

Freunde war das nett. Mal wieder für ein paar Tage auf dem Land. Allerdings ist es hier doch sehr still und ich weiß im Anschluss wieder, warum es mich so sehr in die Großstadt zieht.
Jedenfalls beging ich mit der Family nochmal ein schönes Fest und konnte mich so wunderbar von den liebsten verabschieden.

Lustig war es. Sehr sogar. Ich darf hier gar nichts von all den lustigen Aktionen und Plaudereien erzählen, sonst droht Zensur seitens der mitlesenden Verwandtschaft.

Deshalb nur ein kleine Anektode:
Mein Vater fühlte sich ungerecht behandelt oder zu unrecht beschuldigt und forderte deshalb meine Schwester auf ihn doch zu verteidigen. Diese ignorierte das recht gelassen, weshalb er auf den Knien robbend zu ihr rüber rutsche, sie fest an den Beinen packte und seine Bitte wiederholte. Sie ignorierte es nun etwas weniger gelassen. Daraufhin biss er ihr herzhaft in die Wade. Sie schrie und revanchierte sich mit kneifen.
"Ey Tochter, du sollst aufhören mich immer zu fiezen. Das macht man nicht bei seinem Vati", rief er und biss erneut zu."

Und das ging noch viel witziger weiter kann ich euch sagen, aber lassen wir das an dieser Stelle.
Meine Mutter hatte sich - ich nehme an in Vorbereitung auf meinen Abschied - mal mit unseren Kinderfotos beschäftigt und für jeden von uns einen Umschlag zusammengestellt. Darüber habe ich noch mehr gelacht. Die besten Fotos - gerade meiner Schwestern - sind nur für die private Fotorunde bestimmt. Aber von mir gibts Kinderfotos.

Meine Haare waren so lange so schön blond. Stil hatte ich auch. Man beachte auf dem zweiten Foto nur den Rock und die weißen Schuhe - das rockt!













Und mein Oberknaller-Lieblingsfoto. Ist das nicht fantastisch?

Donnerstag, Juni 18, 2009

Eine Frage des Shirts ????

Langsam muss ich ja packen. Da mein Platz sehr begrenzt ist und ich mit erfahrenen Backpackern gesprochen habe, sollte sich die Zahl der T-Shirts wohl auf 5 (!!!!) beschränken. Wie das gehen soll, ist mir bisher ein Rätsel. Vor allem weiß ich nicht, welches Shirt ich mitnehmen soll. Ich habe mal eine kleine Auswahl zusammengestellt. Jetzt sagt mir doch mal: Welche soll ich denn einpacken?










Dienstag, Juni 16, 2009

Andere Länder, andere.... Couchsurfer

Ich hatte bereits erwähnt, dass ich seit einiger Zeit Couchsurfer bin. Ein bekannter Poetry Slammer brachte mich auf die Idee und wurde dann schnell zu meinem ersten Couchsurf-Gast. Eine sehr entspannte und inspirierende Erfahrung, die dazu führte, dass wir mittlerweile befreundet sind.

Nach ihm surfte ein echter Rock-Sänger aus Schweden meine Couch. Groß, blond, blaue Augen und mit einem unglaublichen Talent Songs zu schreiben und zu singen - ein Schnittchen, dass in Blue Jeans und weißen Unterhemd am Frühstückstisch saß. Danach hatte ich die Ehre eines echten Sizilianers, auf dessen Land ich jederzeit eingeladen bin.
Ein Grieche, der seit Jahren nichts anderes macht als zu reisen und zwischendurch jobbt, fand bei mir ebenfalls ein Dach über den Kopf.

Nun ist mir bewusst, dass man sich auf die Gewohnheiten aus anderen Ländern einstellen muss. Versuche ich tatsächlich. Mein letzter italienischer Gast strapazierte meine Geduld jedoch ein wenig.

Zunächst schaute er auf einer Party vorbei, um schon mal "Ciao" zu sagen, bei der Verabschiedung drückte er mich bereits etwas zu doll, doch das schob ich auf den angesäuselten Zustand. Ich half ihm aus einer Notlage, da sein Gastgeber spontan absagen musste und ich ihn für spontan eine Nacht aufnahm, damit er nicht draußen übernachten musste.
Dafür waren jedoch unzählige E-Mails und SMS notwendig. Am besagten Tag wollte er gegen 14 Uhr vorbei schauen, blieb dann auf einem Konzert hängen, diskutierte dann mit mir, weil ich auch Pläne hatte und war dann doch einverstanden erst um 21 Uhr vorbei zu schauen.
Gegen 23 Uhr stand er dann vor der Tür. Er bekam eine heiße Suppe, Käse-Brötchen und Tee.
Gegen 1 Uhr drängte ich auf meine wohlverdiente Nachtruhe, weil wir uns auf ein Verlassen des Hauses um 10 Uhr am nächsten Morgen geeinigt hatten. Er blieb die nächsten zwei Stunden lieber in der Küche.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich bereits verteidigen müssen, weil ich keine Dreadlocks wollte, obwohl ich damit vieeeelll besser aussehen würde, musste mir sagen lassen, dass Public Relations doch eh was ist, was ein Türsteher vor einer Diskothek macht und ob es mir nicht möglich wäre einen Partner für meine Reise zu finden, weil das doch besser wäre.

Morgens gegen 10 Uhr schlief mein Couchsurfer noch tief und fest. Ich klopfte laut, öffnete die Fenster und bat ihm zum Frühstückstisch. Brötchen und Franzbrötchen als Hamburger Spezialität für den Weg -dazu Tee. Ich war ja Gastgeber
Die Küche fing extrem an zu müffeln, er roch moderig. Ok, jeder ist anders. Ich öffnete das Fenster. Er bestand darauf den Abwasch zu machen. Der Wasserhahn lief, das Geschirr wurde darunter gehalten, mit der bloßen sauber gewischt und noch nass in den Schrank gestellt - ich bedankte mich und spülte am Nachmittag erneut. Ich schaltete die Waschmaschine an und freute mich am Anblick der hochgeklappten Klobrille in meinem frisch geputzten Bad - Stehpinkler machen mich ja latent aggressiv. Ich putzte später den Toilettenberei erneut - mit Sagrotan.

Auf Gäste und Sitten anderer Länder muss ich bei solchen Aktionen einstellen -sehr gern, sehr spannend, deshalb verbuchte ich das meiste einfach unter "kulturellen Unterschieden", die ich ja mehr oder weniger nur eine Nacht ertragen musste.

Ich begleitete ihn zur U-Bahn und musste eher einsteigen als er. Natürlich gibt es von einem 1,50 großen Italiener ein Umarmung zum Abschied. Die darin gipfelte dass er mir mit der Hand extremst aufdringlich, zudringlich und wild durch die Haare fuhr.
Ich stieg in die Bahn und versuchte meine Hand zu kontrollieren, die ihm so unkontrolliert ins Gesicht schlagen wollte.

Realität - Zukunft - Realität

Der Tag rückt ja immer näher, die Abreise steht bevor, doch so richtig Realität ist das noch nicht.
Ganz zu Beginn der Überlegungen und der Recherche war das noch viel irrealer. Als die Pläne konkreter wurden, musste auch erste Reisevorbereitungen getroffen werden.

Damit einher ging die Notwendigkeit von den Plänen zu erzählen.
Ganz zu Beginn war ich extrem vorsichtig und sprach immer nur davon, dass ich eine kleine Reise machen werde, erstmal nach Südostasien dann mal weiter sehen. Es hat bis einige Wochen vor der Abreise gedauert, dass ich zum ersten mal das Wort "Weltreise" benutzt habe und finde es immer noch unpassend.

Ab diesem Zeitpunkt flippten alle plötzlich aus. Selbst mein Frauenarzt sprang fast im Dreieck, als er von meinen Plänen hörte. Er freute sich wie ein Schneekönig für mich. Die Apothekerin wünschte mir so viele wunderbare Erfahrungen und versicherte mir, dass es ein einmaliges Erlebnis werden würde. Na dann...

Das ging so weiter - bei der tropenmedizinischen Beratung, der Typ der mich im Club anmachen wollte, den ich allerdings nur schnell loswerden wollte, die Frau vom Katalogversandhaus, die mir einen Rabatt anbieten wollte, den ich nicht mehr in Anspruch nehmen kann, der Typ von der Mobilfunkfirma. Einfach jeder freute sich im Kreis, war erstaunt, beeindruckt und versicherte mir ständig wie fantastisch das werden würde.

Komischerweise führte das einfach nur dazu, das sich bei mir ein reserviertes Gefühl einstellte. Selbst jetzt ist es noch so, dass ich zwar gespannt bin und weg will, aber dass sich all das im Kopf abspielt. Mein Gefühl ist, sagen wir: stumpf. Ich kann nicht sagen, dass ich aufgeregt bin, ich bin nicht hoffnungsvoll, ich bin nicht Erwartung.

Außer ab und zu das erdrückende Gefühl, dass ich nicht gehen will. Eine Schwere, die mich niederdrückt und mir sagt, dass ich das gar nicht will. So viele neue Leute, keinen Plan wo ich schlafen soll. Mit der nächsten Mail aus Koh Samui oder Melbourne ist aber auch das wieder verschwunden.

Merkwürdig ist das.

Dienstag, Juni 09, 2009

Tach, Post - Global Mail

Die Frau Finja hat es hier als erste angesprochen und mich ja schon fast angefleht. Aber auch Herr Kreuzberger hats getan und ein paar andere haben sich bereits vor einiger Zeit auf die Liste setzen lassen.

Die letzte Aktion ist schon ewig her und fand im Jahr 2007 statt. Deshalb wird es Zeit sie mal wieder aufleben zu lassen.
Diesmal natürlich in einer völlig anderen Dimension. In einem viel größeren Stil und damit wird das kein Vergleich zu den bisher dagewesenen Akionen sein - nicht im Geringsten.

Deshalb hier der Aufruf für die Aktion: Mail around the world.

Ich denke ich kann die Zeit aufbringen und irgendwann in den Monaten meiner Reisezeit ein paar Postkarten verschicken. Wer von euch also eine Ansichtskarte im heimischen Briefkasten finden möchte, schickt mir seine Postanschrift an: Lenny_und_Karl_verfolgen (ät) gmx (PUNKT) de. Hier neben mir liegt bereits ein sehr schönes, kleines, schwarzes Adressbuch von Moleskine, das weiter gefüllt werden möchte.

Ob ich konkrete Länderwünsche erfüllen kann oder werde, weiß ich noch nicht, aber einen Versuch ist es wert. Da ich (hoffentlich) lange unterwegs sein werde, kann es einige Monate dauern, bis es eine Karte gibt, also müsst ihr auch etwas Geduld aufbringen. Aber die wird dann sicherlich belohnt.

Vielleicht bekomm ich dann ja auch mal eine Karte, wenn ich wieder zurück bin!

Also, wer ist dabei?

Montag, Juni 08, 2009

(Große) Reise - Neuigkeiten

Das stand ich nun, mit dem Ticket. Naja, eigentlich ohne Ticket - da das elektronisch ist und ich nur den Ausdruck über die Zeiten in der Hand hielt. Plural, dass ist die richtige Form, nicht einfach nur ein Ticket, nicht einfach nur ein Flug, sondern ein paar mehr. Wieviele? Nun, die genaue Zahl steht noch nicht fest, da ein paar noch vor Ort gebucht werden müssen. Aber die grobe Richtung, die ist klar.

Soll ich sagen?

Soll ich wirklich?

Echt?

Na gut.

Los geht es ganz offiziell am 26.06. um 18:05 Uhr vom Hamburger Flughafen.
Zunächst drei Tage nach Hongkong. Von dort weiter nach Bangkok. Nach einer Nacht starte ich direkt nach Ko Samui.
Auf der Insel vor Thailand hat sich ein Freund mit seiner Frau niedergelassen. Das Haus verfügt über ein Gästezimmer mit eigenem Bad und ist meins, so lange ich es in Anspruch nehmen möchte. Geplant ist bisher aber nur eine Woche - Strand, Sonne, Meer und Kokosnussmilch.

Danach geht es über Kambodscha und Vietnam irgendwie wieder nach Hongkong. Warum?
Weil von dort der Flug nach Melbourne startet - mit einer Woche Zwischenstopp in Auckland/Neuseeland. In Melbourne arbeitet derzeit ein guter Schulfreund an seinem Master und holt mich sicher vom Flughafen ab. Übers Land soll die Reise dann (mal sehen wie) nach Sidney gehen. Hier startet der nächste Flug mit Zwischenstopp in Auckland nach San Francisco.

Die Staaten sind aber nur ein Mittel zum Zweck, denn der grobe Plan ist, sich von hier aus Richtung Südamerika durchzuschlagen: Peru und Argentininen vorwiegend. Auf dem Rückweg dann unbedingt über Kuba - da ich eine romantische Vorstellung von diesen bunten Häusern und den Kubanern habe, die davor sitzen und Zigarre rauchen.
Von L.A. über London geht der Flug schließlich zurück nach Hamburg.

So, wer kommt da jetzt noch mit?
Für die ersten drei Tage in Hongkong und die anschließende Nacht in Bangkok habe ich ein Hostel. Danach komme ich auf der Insel unter. Wenn die Woche vorbei ist, muss ich improvisieren, sicher weitere Hostels, vielleicht ein bisschen Couchsurfing. Vielleicht eine Freundin treffen in Vietnam, vielleicht einen Couchsurfer in Sidney treffen.

Soweit, so der grobe Plan.
Wenn dieser Plan es gut mit mir meint (2 Monate Südostasien, 4 Monate Australien, 3 Monate Südamerika) und ich mich - hoffentlich - nicht zu ungeschickt anstelle, bin ich im April wieder da.

Tanzen und Tanzen und....

Tanzen. Ach war das schön. Zwei Tage hintereinander haben wir die Nacht zum Tag gemacht und zwei Tage hintereinander bin ich irgendwie wieder im Molotow gelandet.
Zwei Nächte getanzt und nun habe ich einen Muskelkater in den Waden, den Füßen, dem kompletten Schulterbereich. Die Musik war fantastisch: Indie, Rock, Alternativ und Electro - nur das Beste.
Die Stimmung war ausgelassen und die Leute sehr entspannt. Ein ganz eigenes und sehr angenehmes Partyvolk, extreme Wohlfühlatmosphäre.

Dennoch liebe Electro-Mädchen. Ich weiß, dass jede Musikrichtung so ihren eigenen Stil hat. Aber muss das denn sein? Dieses 80er Revival an das ihr erinnert. Kurze Röcke sind ok, aber der Bund muss nicht bei weit über den Bauchnabel gehen, auch bei den Röhren-Jeans nicht. Dazu die langen weiten Shirts, die von einem goldenen, einem mit Pailletten besticktem oder einem aus Gummi und Lack bestehenden Gürtel eng um die Hüfte geschnürt werden. Oder gleich das Hemblusenkleid mit einem ähnlichen Gürtel. Wenn dann noch das Oberteil über die Schulter rutscht und der rote Lippenstift verschmiert ist, sieht das direkt drogensüchtig und nuttig aus. Dazu die Haare ganz kurz und nur vorn oder auf einer Seite lang. Das ist so 80er, so Nena, so hässlich.
"Nein, dass ist nicht 80er, das ist Electro."
"Ach so, na dann siehts natürlich super aus." Tststs.

Und liebe Jungs. Ja, zwei oder drei von euch sahen ganz heiß aus. Einen kannte ich ja mal. Die engen Hosen, die Chucks und der schmale schlanke Körper in den engen Shirts, die halblangen Haare mit dem Seitenscheitel hängen ins Gesicht - oh das war heiß, das ist heiß, das kann heiß sein.

Aber wenn dann die T-Shirts einen spitzen Ausschnitt haben, der fast bis zum Bauchnabel geht, sich darüber diese dünne enge Strickjacke zieht, die den Körper noch mehr betont und die Haare euch ganz androgyn machen, wie sollen wir dann noch wissen, zu welchem Ufer ihr gehört.

"Hey, na du, Süßer"
"Hey, nee ich bin nicht schwul, ich bin Elektro!"

Na dann!

Freitag, Juni 05, 2009

Begegnungen auf dem Flur

Schorsch stürmt auf seinem Zimmer.
Die gammelige, kurze Sporthose schlabbert um die Knie. Das weiße T-Shirt weist einige dunkle Flecken auf. Rechts klebt der rote Pizzafleck vom Abend zuvor.
Er hebt seine Arme, schnüffelt kurz und heftig unter den Achseln, zuckt mit selbigen und schlürft über den Flur.
"Hey", ruft Lenny_und_Karl, die ihm frischgeduscht aus dem Badezimmer entgegen kommt. "Stinkst du?"
"Klar" grinst Schorsch "ganz fies" und freut sich tierisch über den Geruch, den er produzieren kann.
"Ich hab mir nen tollen neuen BH gekauft", lenkt Lenny_und_Karl ab. " Der ist super schön, ehrlich. Cremefarben und mit Spitze. Guck mal, findste nicht?" ruft Lenny_und_Karl, hebt das T-Shirt und zeigt diese wunderschöne Errungenschaft.

"Ja, der ist hübsch. Sitzt gut", murmelt Schorsch und geht im engen, langen Flur an Lenny_und_Karl vorbei in Richtung Bad.
Ein kleines grunzendes Lachen ist zu hören. Er dreht sich in Gedanken wieder um, schaut den Flur hinauf zu Lenny_und_Karl.
Er lacht sie an, schüttelt tierisch erfreut den Kopf und sagt: "Begegnungen auf dem Flur."
Gelächter beendet diese so unglaubliche und für diese WG so normale Szene.

Mittwoch, Juni 03, 2009

JUHU! oder so....

Freizeit habe ich ja nun bald genug. Veränderungen hatte ich bereits ebenfalls genug. Um endlich mal den Kopf frei zu bekommen und meine Richtung zu finden, kam die Idee, die Seele erstmal baumeln zu lassen. Doch wie am besten? Und wo?
Um meinen Wunschplan in die Tat umzusetzen, musste ich endlich mal etwas tun. Wochenlang hatte ich eine konkrete Planung vor mir hergeschoben. Um dem der ganzen Sause aber neuen Schwung zu verleihen, bestellte ich beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erstmal eine Weltkarte, um mir einen Überblick über die Möglichkeiten zu schaffen, wo sich die Seele am Besten baumeln lassen könnte.
Das machte die Sache, nun ja.... schwieriger. Mit meinen eher überschaubaren geografischen Kenntnissen war es doch viel einfacher von ungefähren Orten zu sprechen. Doch schnell wurde klar, dass der grobe Weg zu grob war, wenn es sich dabei einfach nur um Kontinente handelte.

Also ab ins Reisebüro. Nach zweieinhalb Stunden war ich endlich schlauer und ernüchtert. Viel Kohle, viel mehr Möglichkeiten und die Erkenntnis, dass ich schnellstmöglich zum Student werden musste, um meine Ziele zu erreichen.

In den folgenden Tagen verbrachte ich die freie Zeit also mit Recherche und hielt kaum eine Woche später den glänzenden internationalen Studentenausweis in der Hand. Wieder ab zum Reisebüro und nochmal nach einem Ort zur Seelenbaumelei gesucht.

Wann genau möchte ich wohl von wo nach wo fliegen? Wie lange gedenke ich dort zu bleiben, was will ich da sehen? 90 Prozent der Fragen konnte ich nur mit: "Mal sehen, hab ich noch nicht so drüber nachgedacht, wird sich zeigen oder schaue ich vor Ort mal" beantworten. Soweit, so schlecht.

Zwei Stunden später und viele hunderte Euro leichter stand ich dann mit sehr schwerem Herzen an der Bushaltestelle. Moment mal! Sollte das nicht anders sein? Eher so himmelhochjauchzend, mit einem breiten Grinsen, Vorfreude und der abgrundtiefen Schadenfreude allen gegenüber, die das nicht machen - wo war das denn? Wieso stellte sich das nicht sofort ein? Was war denn grad nur falsch bei mir?

Statt dessen ging mir nur durch den Kopf. "Na toll Frau Lenny_und_Karl bist du eigentlich total bescheuert? Wie willst du das finanzieren und dich allein durchschlagen, ohne einen Plan. Warum sucht du dir eigentlich nicht einen vernünftigen gut bezahlten Job und fliegst drei Wochen in Urlaub, so wie andere Leute auch?"

"Vorfreude", dachte ich mir "ist irgendwie anders."

Dienstag, Juni 02, 2009

Neuigkeiten - Teil 2

Es ist viel passiert, vor allem in den letzten sechs bis acht Monaten. Viel zuviel, um ausführlich darüber zu schreiben. Wie versprochen gibt es dazu ein Update, dass ein paar kommenden Ereignisse einleitet. Alle guten, schlechten, überraschenden, gewollten, erzwungenen und andere Neuigkeiten aufgelistet.


- Finanzkrise auch hier

- (demnächst) Job weg

- (etwas länger) Freund weg

- fehlenden Ideen für eine neue berufliche Richtung

- eigene Wohnung

- neue Wohnung benutzbar und bewohnbar gemacht und eingerichtet

- neue Mitbewohner

- Ärger mit neuem Mitbewohner - Rauswurf - neue Suche

- alter Telefon-Nebenjob weg

- neuer nächtlicher Nebenjob

- neuer nächtlicher Nebenjob wieder weg

- die letzten 2,5 Jahre 7 Tage die Woche gearbeitet

- 1,5 Jahre jedes Wochenende zwischen zwei Städten gependelt

- seit mindestens 2,5 Jahren kein Urlaub - dringend benötigt

- (bald) viel Freizeit

- Raum für neue Ideen gesucht

- Krise bezüglich der Zukunftspläne

- Mitglied bei couchsurfer

- viele nette Cousurfer aus der ganzen Welt getroffen

- Musikgeschmack überdacht und angepasst - sehr glücklich damit

- neues, altes Piercing

- lieben Mensch verloren

- liebe Menschen gewonnen

- liebe Menschen getroffen und bitter enttäuscht worden

- freundschaftliches auf und ab

- Freundschaft geprüft und mit der Marke "sehr gut ausgezeichnet"

- viel Kopfkino und Nachdenken


Das Fazit daraus ist bisher - dringend benötigt: Tapetenwechsel, frische Luft, Gedankenfreiheit, persönliche Freiheit, soziale Freihei, emotionale Freiheit, innere Entdeckungsreise, Zeit zum Denken, Zeit nicht zu Denken benötigt, eine Suche, kein Ankommen

Und was mache ich nun daraus?