Mittwoch, Dezember 30, 2009

Ach ja....

Ich hatte schon vergessen, warum ich vor vielen Jahren mal in dich verliebt war. Ach ja, es war wohl der nicht versiegende Strom aus Gedanken wie diesen:

"Laß Dich weiter treiben! Diese Pausen in der Routine bedeuten den Riß in der Matrix, den Du immer dann erlebst, wenn Zufälle ineinander greifen und einen Fluss bedeuten der als Synchronizität oder Strähne bekannt ist. Da mußt Du rein, das ist vollendetes Glück weil Lebenserfahrung - keine Spielchen mehr, aber was sag ich Dir das."

So funktioniert das platonische Freundschaftsding doch ganz gut. Danke Weltherscher!

Und letztens:

"When I think of you I imagine you tallen than I am. There is something about you that makes you look taller!"

How sweet is that?

Freitag, Dezember 04, 2009

Das Mafia Cafe - Glueck im Spiel...

"Sie haben nichts aus meinem Spint geklaut, da sie es nicht geschafft haben den aufzubrechen"' ruft mir Fred am naechsten Morgen froehlich entgegen. "Aber ich muss mir definitiv was neues suchen, die sind dort wohl schon oefter eingebrochen."
"Lass uns spaeter zur Uni gehen. Ich kenn ein paar Plaetze, wo immer Wohnungsanzeigen zu finden sind", sagte ich und machte mich auf - eine neue Runde im Cafe.

In der hintersten Ecke am Ende eines langen Tisches trohnte Luigi - schwarzes nach hinten gegeeltes Haar, schwarz-grauer Schnauzer, Tennisoutfit und beobachtete ueber seine Zeitung hinweg das Geschehen.

"How are you today, my love" fragte er mich wie jeden morgen. "Very well", entgegnete ich mit der gleichen Routine zurueck. "Good, you're a good girl" warf er mir dann noch nach.
Ueber den Tag hinweg hoerte ich dann noch mehre "Good work", "Good girl". Darauf beschraenkte sich unsere gesamte Konversation der ersten Wochen.

Sollte mir recht sein. Ich beobachtete nur, wie er von Zeit zu Zeit die Leute zu sich herueberwinkte. Carlos, der lautstark und wildgestikulierend griechisch mit ihm sprach. Der zweite Koch Tom, der danach voellig frustriert Pfannen durch die Kueche warf oder den Freund seiner Tochter, der fast in Traenen ausbrach, als er ihm ein Standpauke hielt.
"Daddy, you made him upset", warf ihm seine Tochter danach vor. "Good, thats good", entgegnete Luigi und triumphierte davon.

"Ich muss dir was sagen", riss mich Kollege Fred jedoch aus meinen Gedanken. "Ich habe was herausgefunden."
Er lotste mich nach draussen und wisperte: "Carlos hat mich auch nach Geld gefragt. Ich hatte nur vergessen es ihm mitzubringen."
"Und", fragt ich.
"Ich habe das Luigi erzaehlt und er hat mir gesagt, dass ich ihm auf keinen Fall Geld leihen sollte, weil er ein Spieler ist. Er verdient die meiste Kohle hier im Laden und fragt trotzdem zwei Tage nach Zahltag schon nach einem Vorschuss!"
"Grossartig", antwortete ich. "Aber er hat mir versprochen, dass ich es am Freitag kriegen und schliesslich wird er ja bar bezahlt."

Gedanklich strich ich die 100 Dollar jedoch bereits aus meinem Budget, oder?

Donnerstag, Dezember 03, 2009

Das Mafia Cafe - Die ersten Tage

Da es ein Selbstbedienungscafe ist, war der Job relativ simpel. Die Leute orderten und bezahlten Getraenke und Essen direkt am Counter. Kaffee mussten sie selbst am Ende des Counters abholen. Fuer warme Gerichte wird ihnen eine Nummer in die Hand gedrueckt, die sie auf den Tisch stellen, an dem sie sitzen.
Die Aufgabe fuer mich und meinen Kollegen Fred war deshalb nur: Essen servieren, Tische abraeumen, hier nach ein bisschen Pfeffer fragen und dort ein paar Servietten vom Boden aufheben.

"Falls du was wissen musst, frag mich einfach", sagte mir Fred, mein Bekannter und nun Kollege aus Thailand. Mit starrem Blick lief er seine runden im Cafe und versuchte mit breitem irischen Akzent einen freundlichen Eindruck auf die Australier zu machen.
Unter einem Tisch krabbelte ein Kleinkind hervor, ich wich gerade noch aus und konnte groessen Schaden vermeiden.
Gerade als ich einen leeren Teller vom Tisch nahm, hoerte ich die Glocke. Eigentlich gedacht, um zu signalisieren, dass das Essen aus der Kueche bereit ist, serviert zu werden. Diesmal aber ersetzt durch eine wild gestukulierende Heidi, die mich zum Tresen bat. "Nimm die Teller nicht von den Tischen, wenn sie noch direkt vor den Leuten stehen", belehrte mich Heidi. Ich nickte und verschwand um die Ecke, wo hinter dem Counter schon ihr Mann Luigi wartete: "Darling, sei so nett und raeum die Teller dort bei den Leuten vom Tisch."

"Ach, auf die brauchst du nicht hoeren, die denken sich jeden Tag was Neues aus", entgegnete Carlos, Barista des Cafes, um die vierzig, Grieche und immer mit lustvollem Blick fuer jede Blondine im Cafe. Ich laechte nur und nickte, ging durch die Reihen und versuchte nicht ueber die Kleinkinder der Muetter zu fallen, die das Cafe bevoelkerten.

"Ich bin dann weg" rief mir Fred im Vorbeigehen zu, als er im Laufschritt das Cafe verliess. Ich winkte ihm hinterher und schrieb nebenbei meine Telefonnummer fuer Carlos auf. "Damit wir dich anrufen koennen, fuer die naechsten Schichten", schob er hinterher.

Am Abend, war ich gerade auf dem Weg das Internetcafe zu verlassen, klingelte das Telefon. "Hey hier ist Carlos, aus dem Cafe. Ich weiss warum Fred heut so schnell gegangen ist. Die sind in sein Hostel eingebrochen. Er musste weg, um zu sehen, was sie geklaut haben. Ich habe den ganzen Tag versucht ihn zu erreichen und all mein Guthaben auf der Karte verbraucht. Ausserdem hatte ich zwei Wochen Urlaub. Kannst du mir vielleicht 100 Dollar leihen?"

Was? So schnell konnte ich gar nicht mitdenken, wie dieser 40jaehrige Grieche mich gerade vollplapperte. Ehe ich einen vernuenftigen Satz zu Stande bekommen hatte, war er auch schon auf dem Weg, um mich kurz in der Stadt zu treffen.

Er war die letzten zwei Wochen - natuerlich unbezahlt - im Urlaub und nun wuerden ihm die Chefs einen Vorschuss verweigern und da ich ja am naechsten Tag bezahlt werden wuerde.... blablabla.
Aus einem mir unklarem Motiv gab ich ihm die 100 Dollar. Er arbeitete ja immer im Cafe, ich wuerde in ja jeden Tag sehen. Sollte also nicht so schwer sein, das Geld in den kommenden Tagen wiederzusehen - DACHTE ICH!!!